Von dem Angriff auf den US-amerikanischen Remote-Software-Anbieter Kaseya und der dadurch verteilten Ransomware sind auch deutsche Unternehmen betroffen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) spricht in seinem Lagebericht von mehreren tausend durch die Ransomware verschlüsselten IT-Geräten.
Nach dem derzeitigen Stand seien in Deutschland mehrere IT-Dienstleister und Unternehmen betroffen, teilt das BSI mit. Kritische Infrastrukturen oder die Bundesverwaltung seien nach derzeitiger Kenntnis des BSI nicht betroffen, heißt es weiter.
In Europa hatte zuerst der Fall der Supermarktkette Coop Schweden Schlagzeilen gemacht, die wegen nicht funktionierender Kassen Filialen schließen musste. Die Ransomware-Gruppe Revil soll hinter dem Angriff stehen. Laut Medienberichten fordern sie pauschal 70 Millionen US-Dollar, um einen Universal-Key zur Entschlüsselung der betroffenen Speichersysteme fordern.
BSI-Präsident Arne Schönbohm sagte: Der Vorfall zeigt, wie intensiv die globale Vernetzung in der Digitalisierung voranschreitet und welche Abhängigkeiten dabei entstehen. Bei dem aktuellen Angriff wurde Ransomware über jedes Glied einer Software-Lieferkette ausgerollt. Das zeigt deutlich: Lieferketten müssen auch unter dem Aspekt der IT-Sicherheit in den Fokus rücken. Ransomware ist derzeit als eine der größten Bedrohungen für die IT von Unternehmen und Organisationen einzuschätzen. Bei erfolgreichen Angriffen werden Dienstleistungen und Produktion häufig zum Stillstand gebracht. Die Schäden für Betroffene sind daher oftmals enorm.



