Jim Zemlin: Adobe Air plus Linux wird die Windows-Dominanz brechen

Der Softwarehersteller Adobe Systems hat auf seiner Hausmesse Engage in San Francisco seine Entwicklungsplattform Air für Linux angekündigt. Der Geschäftsführer der Linux-Foundation, Jim Zemlin, hält die Kombination für wegweisend für Linux auf dem Desktop.

Am Montag hatte Adobe Systems seine Laufzeitumgebung Air (Adobe Integrated Rundtime) in Version 1.0 für Windows und Mac-Betriebssysteme veröffentlicht. Mit Adobe Air können umfangreiche Internet-Anwendungen, so genannte Rich Internet Applications (RIA), auch offline auf dem Desktop genutzt werden. Entwickler können Anwendungen plattformübergreifend in HTML/Ajax, Flex, oder Flash programmieren. Laut Adobes Cheftechniker Kevin Lynch ist Adobe Air für Linux aktuell im Alpha-Stadium, nun sucht der Hersteller Linux-Anwender für den Betatest. Jim Zemlin, Geschäftsführer der Linux-Foundation, war auf der Veranstaltung und äußert sich begeistert über Adobes Pläne. In seinem Blog prophezeit er der Kombination aus dem freien Betriebssystem und AIR eine große Zukunft und glaubt, dass damit die Vorherrschaft von Windows auf dem Desktop gebrochen werden wird.

Als Grundlage für diese Entwicklung machen sowohl Zemlin wie auch Adobe-Chef Shantanu Narayen den Trend zu eigenproduzierten Inhalten der Anwender im Internet aus. Sowohl bei Anwendern wie auch bei Unternehmen steige die Nachfrage nach Multimedia-Inhalten und darauf ausgerichteten Anwendungsoberflächen. Genutzt werden diese über alle Hardware-Plattformen hinweg: vom Telefon über Tablet-PCs bis hin zu dedizierten Geräten nur für diesen Zweck. Als ein Beispiel nennt Zemlin die Kreuzung zwischen Digitalwecker und Minicomputer namens Chumby, die auf Flash light plus Linux basiert. Zahlreiche Hersteller von Mobilgeräten setzen auf Linux und Open Source für ihre Geräte, der Marktanteil von Linux insbesondere im Embedded-Markt liegt laut aktuellen Statistiken bei rund 40 Prozent und ist weiter steigend. Zemlin leitet hieraus einen Trend zu Linux ab und sieht das Betriebssystem als entscheidenden Reibungsfaktor. Er schreibt: “Was hat das mit Linux zu tun? Weil Plattformen wie Adobes Air oder Googles Widgets oder Eclipses Richt Client Platform auf einem Linux-Betriebssystem einen Reibungsfaktor in der IT-Welt schaffen können.”

Diese “disruptive” Technologie sieht Zemlin als Auslöser für eine schwindende Dominanz von Linux auf dem Desktop und sieht sich hier unterstützt von Kevin Lynch. Er zitiert den Adobe-CTO mit seiner Antwort auf die Frage, warum Adobe Linux als Plattform für AIR gewählt hat: “weil Air als freie Plattform kombiniert mit einer freien Plattform wie Linux das Potential hat, Störfaktor zu sein.” Wenn Internet-Anwendungen in Frameworks wie Air entwickelt werden, folgert Zemlin, gelte das alte Argument nicht mehr, dass es mehr Anwendungen für Windows gäbe als für Linux. Er ist bereit, mit Skeptikern darauf zu wetten: “Werden Linux und Frameworks wie Air eine praktikable Alternative zum Windows-Dekstop sein? Ich wette darauf.”

E-Mail Benachrichtigung
Benachrichtige mich zu:
0 Kommentare
Älteste
Neuste Beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Nach oben