Überraschenderweise und entgegen anders lautender Entwürfe im Vorfeld erlaubt die OSBA nun doch die Mitgliedschaft von Einzelpersonen. Wie sich letzte Woche im Rahmen der gemeinsam vorgestellten Satzung der Nachfolgeorganisation von Lisog und LIVE, der Open Source Business Alliance herausstellte, können auch Mitglieder, deren Firmen noch nicht Mitglied sein können, an der Interessenvertretung mitwirken.
Wie ein der Redaktion des Linux-Magazins vorliegendes Dokument belegt, dürfen Einzelpersonen doch Mitglieder bei der OSBA werden. Das bestätigte auch OSBA-Vorstand Peter Ganten auf Nachfrage. Die Einzelpersonen sind, ebenso wie bisher im LIVE, nicht stimmberechtigt, können sich aber über Arbeitsgruppen (Working Groups, WGs) einbringen, wo auch sie Stimmrecht haben. Mit einer mehrheitlichen Entscheidung mit mindestens vier Stimmen kann eine WG allerdings auch das Stimmrecht auf vom WG ausgewählte Mitglieder einschränken. Eine allgemeine Mailing Liste soll es nicht mehr geben. Mit diesen Maßnahmen erhofft sich die die Alliance, Flamewars und Endlosdiskussionen, wie sie für Mailinglisten als typisch gelten, zu begegnen und die Diskussionen auf produktive Pfade zu leiten.
OSBA-WGs
Eine WG können (mindestens drei) Mitglieder zusammen gründen. Sie soll einen Sprecher bestimmen, den der Vorstand bestätigen muss. WGs erhalten als Förderung von der OSBA 500 Euro und sind dem Vorstand zu jährlichen Berichten verpflichtet. Der kann einen solchen Arbeitskreis auch wieder auflösen, wenn sie “dauerhaft nicht mehr aktiv ist, ihrer Berichtspflicht nicht nachkommt, weniger als drei dauerhafte Mitglieder hat” oder “die Aktivitäten der Working Group aus Sicht der Vorstands nicht den Vereinsinteressen entsprechen.”
Ganten erklärt zum Thema der Einzelpersonen-Mitgliedschaft: “Es ist richtig. das Einzelpersonen im Gegensatz zu Überlegungen, die es während des Prozesses des Zusammenschlusses mal gab, nun doch als Mitglieder zugelassen sind. Genauso wie bisher im LIVE Linux-Verband e.V. allerdings ohne Stimmberechtigung. Der Beitrag für persönliche Mitglieder wurde neu festgelegt, so dass die mit der Mitgliedschaft für den Verein verbundenen Kosten nun auch gedeckt sind. Ich persönlich halte das für eine sehr positive Entwicklung, weil es die Möglichkeit gibt, Aktive deren Unternehmen aus irgendwelchen Gründen (noch) nicht Mitglied werden können, einzubinden. Durch den veränderten Beitrag drückt sich dabei jetzt auch eine gewisse Ernsthaftigkeit aus – gleichzeitig gibt es nun aber auch die Möglichkeit, sich zum Beispiel in Working Groups sehr viel besser einzubringen.”
Die OSBA will Vorstand Peter Ganten zufolge “weiter wachsen und hält es deswegen für sehr wichtig, den konkret nachweisbaren Nutzen der Mitgliedschaft weiter in den Vordergrund zu stellen.” Man wolle, so Ganten, der “Ansprechpartner für Politik und Presse, wenn es um Fragen von Open Source Software und gemeinsames Handeln durch Teilen geistigen Eigentums geht”, sein, und “Politik und öffentliche Verwaltung aktiv begleiten”.




