Das IRC-Protokoll nähert sich seinem dreißigsten Geburtstag, im Einsatz ist es immer noch. Und mehr noch: Die Entwickler überarbeiten die Spezifikationen des Chat-Protokolls, um IRC zeitgemäßer zu gestalten.
Aus dem Bitnet, einem amerikanischen Forschungsnetz, übertrug der finnische Student Jarkko Oikarinen die Idee des Relay Chat 1988 auf das Internet. Seitdem erfreuen sich das Protokoll und die darüber realisierten Chaträume großer Beliebtheit, insbesondere Entwickler in Open-Source-Projekten nutzen IRC intensiv, aber auch Firmen, die in ihre Entwicklungsprozesse zum Teil Chaträume und Chatbots integrieren.
In der IRCv3 Working Group haben sich nun schon vor einiger Zeit die Entwickler verschiedener IRC-Clients und -Server versammelt, um das Protokoll zukunftsfähig zu machen. Verschiedene Spezifikationen für IRCv3 wurden bereits veröffentlicht. Die aktuellste Version ist die 3.2, sie wird zurzeit noch in die Client- und Server-Software implementiert. Version 3.1 bestand im wesentlichen aus Erweiterungs-Spezifikationen für IRC v2.7, zurzeit arbeiten die Entwickler an IRCv3.3.
Das IRC-Protokoll besteht dabei jeweils aus einer Anzahl an Basis- oder Core-Erweiterungen, die dann verschiedene optionale Erweiterungen ergänzen. Zu den Base Extensions für IRC Version 3.2 gehören etwa
- Capability Negotiation
- Message Tags
- Metadata Extension
- Monitor Extension
Die Spec-Webseite zählt einige der neuen IRC-Features auf. So beschleunigt ein standardisierter Anmeldeprozess das Registrieren und Authentifizieren bei dem Dienst. Version 3.2 erlaubt Clients, sich automatisch neu anzumelden, sollte sie ungewollt ihre Authentifizierung verlieren. Instant-Away-Nachrichten informieren andere User schneller, wenn der Teilnehmer seinen Platz verlässt. Nachrichten können Metadaten transportieren, zudem zeigt IRCv3 die Versandzeiten der Mitteilungen präziser an. Das Gruppieren von aufeinander bezogenen Nachrichten verbessert zudem die Ansicht für die User.
Vor allem an der Standardisierung arbeiten Entwickler zurzeit. IRCv3 soll das Registrieren und Verifizieren der Clients vereinfachen und vereinheitlichen, auch das Erkennen und den Zugriff auf die Chat-Historie will man standardisieren. Ein weiterer Mechanismus, an dem die Entwickler arbeiten soll dafür sorgen, dass Client sichere Verbindungen automatisch erkennen, nutzen und beibehalten. Nicht zuletzt soll IRCv3 Client-Avatare für grafische Clients unterstützen.
Wer die neuen Features nutzen möchte, muss aber den Client gut aussuchen. Längst nicht alle unterstützen die bislang implementierten neuen Funktionen. Eine anschauliche Übersicht auf den Seiten der Spec-Entwickler verrät, welche IRC-Clients (nicht alle unterstützen Linux) bislang mit welchen Features zurecht kommen.





