Das Tor-Projekt freut sich: Die Internet Engineering Task Force (IETF), die sich um die Standardisierung von Domains kümmert, hat “.onion” als Special-Use-Domain akzeptiert. Damit umgeht das Projekt den Vergabeweg über ICANN.
Anders als bei den Toplevel-Domains verkauft die Internet Corporation For Assigned Names and Numbers (ICANN) keine Special-Use Domains. Diese Domains unterliegen einem speziellen Registrierungsprozess, den die Tor-Entwickler Jacob Applebaum und Alec Muffet laut einem Blogeintrag durchlaufen haben, Details stehen im RFC 7686. So gehört beispielsweise die Domain “.local” zu den Special-Use-Domains, die häufig für den Multicast Domain Name Service (mDNS) zum Einsatz kommt.
Die “.onion”-Domains sollen Nutzern helfen, sich vor Überwachung zu schützen. Eine IANA-Registrierung soll es ermöglichen, die Domains mit Extended Validation SSL/TLS-Zertifikaten auszustatten. Die entsprechenden Zertifikate wolle man bei Let’s Encrypt beantragen. Aktuell nutzten die Hidden Services von Tor diese Domains bereits, sie lassen sich aber nur aus dem Tor-Netzwerk heraus erreichen. Aufgrund der neuen Entwicklung sei es nun leichter als je zuvor, die Hidden Services einzusetzen.
Facebook habe zusammen mit dem Tor-Projekt an dieser Standardisierung gearbeitet. Das kommt nicht völlig aus heiterem Himmel: Bereits seit einiger Zeit ist es möglich, Facebook über das Tor-Netzwerk zu nutzen (Linux-Magazin berichtete). Man hoffe zudem, dass weitere Domains aus dem P2P-Spektrum folgen, etwa “.gnu” für Gnunet.





