Identity Conference: Branchentreffen in München

Heute geht die zweite European Identity Conference in München zu Ende. Die B2B-Veranstaltung bot neben einem Mauerblick auf die Stände der Konkurrenz fünf stattliche Vortragsreihen mit Referaten von Mobil-Identität über Sicherheit bis hin zu SOA.

Im Unterschied zu 2007 haben die Veranstalter die Thementracks von vier auf fünf erweitert. Hinzugekommen sind die “Best Practices”, bei denen unter anderem der Internet Service Provider AOL, das Energieunternehmen Eon und das europäische Projekt Eifel ihren Umgang mit Identitätsmanagement vorstellten. Ungefähr 450 Teilnehmer waren da, fast 2000 Euro betrug die Teilnahmegebühr. Die Zahl der Teilnehmer sei im Vergleich zum letzten Jahr gestiegen, ließen die Veranstalter wissen. Rund 30 Firmen waren Sponsoren und erhielten ihrem Beitrag entsprechende Präsentationsfläche in den Veranstaltungsräumen. Zu den Hauptsponsoren gehören neben Microsoft und Siemens auch Novell und Oracle.

Die Consulting-Partner Kuppinger Cole hatten als Zielgruppe für die B2B-Veranstaltung Hersteller und Anbieter von Identity-Management-Produkten vorgesehen, sagte die Veranstatungsmanagerin zu Linux-Magazin Online. Die Veranstaltung sei dazu gedacht gewesen, Kollegen zu treffen, Networking zu betreiben und natürlich von den Vorträgen zu profitieren. Linux-Magazin Online hat sich unter den Teilmehmern etwas umgehört. Die Vorträge waren demnach “hochkarätig” (Linux-Magazin Online war vor Ort). Weniger gut hat einigen Ausstellern das duale Konzept von Vortragsveranstaltung und Firmenpräsentation gefallen. “Die Pausen sind zu kurz”, sagte ein Teilnehmer am Rande der Konferenz. “Da kommt kaum jemand herum, um sich die Ausstellungsfläche anzusehen.” Ein anderer Aussteller äußerte Zweifel, ob seine Firma im nächsten Jahr wieder einen Stand nehmen würde: “Vielleicht komme ich nur zu den Vorträgen. Denn die sind wirklich gut, und von denen bekomme ich zuwenig mit. Der Stand hier hingegen – naja. Aber es ist sehr interessant, die Konkurrenz zu sehen”, sagte der Aussteller zu Linux-Magazin Online. Andere Aussteller fühlten sich ganz familiär und zu Hause: “Ach, das spricht sich so rum”, sagten sie auf die Frage, wie sie von der Veranstaltung erfahren hätten.

Der Inhaber der Veranstalter-Firma, Martin Kuppinger von Kuppinger Cole und Partner, hatte mit Linux-Magazin Online schon im Vorfeld der Konferenz über den Trend Identitätsmanagement und das Verhältnis zu Linux und Open Source gesprochen. So hätten die Teilnehmer der der 1. European Identity Conference im letzten Jahr den Themenkomplex Governance, Risk & Compliance (GRC) eher unter dem Compliance-Aspekt wahrgenommen. Dieses Jahr bette man das Thema Identitätsmanagement dagegen in den größeren Kontext Corporate Governance. Letztes Jahr sei weiterhin Access Management als Neuerung diskutiert worden. Dieses Jahr ist es in den Best-Practices-Teil gewandert, da man nun Erfahrung damit gesammelt habe.

Und was ist mit Linux? Hinsichtlich Linux und Open Source gäbe es “ganz interessante Köpfe” auf der Konferenz zu sehen, sagte Kuppinger. Als Beispiel nannte er das Bandit-Projekt und Dale Olds von Novell. Für Identity Management ist Open Source wichtig, weil beispielsweise Open LDAP integriert werden muss. Insgesamt sei Identitätsmanagement allerdings als ein plattformübergreifendes Thema in der Branche zu sehen. “Unser Thema spielt sich auf der Standard-Ebene ab”, führte Kuppinger aus. “Welche Plattform, das hat an Gewicht verloren. Wir sind da alle in bisschen erwachsener geworden. Wir haben heterogene Welten – da sind Standards und Interoperabilität wichtig.”

Linux-Magazin Online hat mit Dale Olds von Novell ein Video-Interview über das Bandit-Projekt, Novell und die Community geführt. In Kürze wird auch ein Interview mit Jackson Shaw online sein, einem Spezialisten für die Active-Directory-Integration von der Firma Quest, der viele Jahre bei Microsoft gearbeitet hat.

Update: Das Video mit Jackson Shaw ist nun online.

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