Das US-amerikanische Start-up Ferveret, gegründet von zwei MIT-Forschern, hat ein neuartiges Kühlsystem entwickelt, das ohne Wasser und mit viel weniger Strom im Vergleich zu modernsten Lösungen für die Kühlung zu einer um 15 Prozent höheren Energieeffizienz der Rechenleistung führt.
Bei dem neuen System namens Adaptive Phase Cooling (APC) handelt es sich um eine Flüssigkeitskühlung mit einem Medium, das einen niedrigen Siedepunkt hat. Dadurch entstehen an der Oberfläche der Server mehr und feinere Bläschen, die sich auch schneller ablösen, was den Abtransport der Wärme beschleunigt. Die Idee stammt aus der Kerntechnik, wo mit ähnlichen Verfahren Reaktoren gekühlt werden. Die beiden Firmengründer übertrugen das Verfahren nun auf Rechenzentren.
“Flüssigkeit ist ein besseres Wärmeübertragungsmedium als Luft. Deshalb fühlt sich Wasser mit Raumtemperatur immer noch kalt an, wenn man die Hand hineinsteckt”, erklärt Matteo Bucci, einer der Gründer. “Wenn Flüssigkeit kocht, kann sie Wärme noch besser abführen, da der Phasenübergang viel Energie erfordert – genau diese Energie wird dem Chip entzogen. So lassen sich große Wärmemengen bei minimalen Temperaturunterschieden zwischen den Chips und der Flüssigkeit übertragen.”
Im Moment testet Ferveret seine Lösung zusammen mit Partnern, darunter Swift, einem der größten Rechenzentrumsbetreiber der USA. Kombiniert man die Effizienzgewinne bei der Kühlung mit dem Leistungssteuerungssystem von Ferveret zur Optimierung der Betriebsbedingungen, dann können KI-Rechenzentren nach Angaben des Unternehmens mit dem gleichen Stromverbrauch 35 Prozent mehr Token aus ihren Modellen gewinnen.




