IBM will die Unabhängigkeit von Red Hat auch nach dessen Übernahme erhalten. Die Zukunft sieht das Unternehmen im Geschäft mit der hybriden Cloud.
In einer Pressemitteilung haben IBM und Red Hat angekündigt, dass die Übernahme von Red Hat durch IBM abgeschlossen sei. IBM hat nun die letzten Aktien von Red Hat für 190 US-Dollar pro Stück aufgekauft, insgesamt 34 Milliarden Dollar investiert.
Die Übernahme mache IBM zum führenden Hybrid-Cloud-Anbieter und vergrößere Red Hats Kundenstamm. Zugleich scheint IBM nicht zu planen, groß in das bisherige Geschäftsmodell und die Organisation von Red Hat einzugreifen. Das überrascht nicht, fährt Red Hat doch Jahr für Jahr Gewinne ein. Dennoch profitiere der Konzern laut IBM von deren Innovationen, der Industrie-Expertise sowie dem Sales-Netzwerk in 175 Ländern.
Whitehurst bleibt
Der alte Chef ist jedoch auch der neue: Jim Whitehurst will Red Hat zusammen mit dem alten Management-Team weiterhin leiten, steigt aber ins Senior Management Team von IBM auf. Raleigh bleibt der Standort von Red Hat, das IBM künftig als eigene Einheit im Bereich Cloud und kognitive Software Bericht erstatten soll.
IBM besteitet inzwischen 25 Prozent des Umsatzes in der Cloud, in den zwölf Monaten bis zum ersten Quartal 2019 waren das 19 Milliarden US-Dollar. Red Hat setzte im fiskalischen Jahr 2019 3,4 Milliarden Dollar um. Von der Red-Hat-Übernahme verspricht sich IBM eine Steigerung des durchschnittlichen jährlichen Wachstums um rund zwei Prozentpunkte über fünf Jahre hinweg.
Zukunft mit Hybrid Cloud
Als Geschäftsfeld sieht IBM vor allem die Hybrid Cloud und setzt darauf, dass Kunden nach dem ersten Schritt in die Cloud nun nach und nach auch “missionskritische” Workloads in eigene oder öffentliche Cloudumgebungen verlagern. Zusammen mit Red Hat biete man dafür eine einfache und konsistente Umgebung an. Zugleich will IBM dafür sorgen, dass Red Hat sein Open-Source-Engagement aufrecht erhält. Dazu soll das Unternehmen aus Raleigh seine Unabhängigkeit bewahren und zugleich Partnerschaften mit Cloudanbietern ausbauen dürfen.
Auch gesellschaftliche und soziale Projekte wollen IBM und Red Hat gemeinsam stützen, wenn auch nicht ganz uneigennützig. Vor allem scheint es darum zu gehen, IT-Programme an die Schulen zu bringen, um den Nachwuchs an Arbeitskräften für die eigene Industrie sicher zu stellen.



