Huawei baut Warpdrive als Beschleuniger für Linux

Der hauseigene Chiphersteller von Huawei, Hisilicon, erstellt mit Warpdrive ein neues Framework für den Linux-Kernel. Damit soll sich besondere Beschleuniger-Hardware leichter nutzen lassen.

Wenn es in Star Trek besonders schnell gehen soll, kommt der Warp-Antrieb zum Einsatz. Davon haben sich die Entwickler von Huaweis hauseigenem Chipproduzenten Hisilicon offensichtlich für die Namensgebung eines neuen Projekts inspirieren lassen: Mit Warpdrive stellt das Entwicklerteam ein neues Beschleuniger-Framework für den Linux-Kernel vor.

Mit Hilfe des Warpdrives soll die Möglichkeit geschaffen werden, bestimmt Hardware-Fähigkeiten direkt einer User-Space-Anwendung zur Verfügung zu stellen. Die Anwendung soll direkt Anfragen an das Gerät schicken können und auch Zugriff den Speicher erhalten (DMA), wobei keinerlei Interaktion mit dem Kernel notwendig sein soll. Das vermeide die Latenz eines Systemaufrufs sowie einen Kontextwechsel, was wiederum natürlich die Nutzung beschleunigt.

Mehrere Prozesse auf der Extra-Hardware möglich

Zusätzlich zu dem Warpdrive selbst könne die Technik zudem mit SVM genutzt werden, einem weiteren neuen Vorschlag für den Linux-Kernel. SVM steht für Shared Virtual Memory und soll es im Fall von Warpdrive ermöglichen, mehrere Prozesse für ein Beschleunigergerät zu unterstützen. Die Technik von Hisilicon soll aber auch ohne SVM genutzt werden können.

Darüber hinaus stellt das Team auch einen Gerätetreiber vor, der Warpdrive nutzt. Dieser beschleunigt bisher lediglich ZIP-Packvorgänge. Es ist wohl aber auch davon auszugehen, dass Hisilicon in Zukunft weitere Hardware-Bausteine in seine Chips integriert, für die die Nutzung von Warpdrive hilfreich sein können.

Erst vor wenigen Wochen hat Google ein eigenes Beschleuniger-Framework für den Linux-Kernel unter dem Namen Gasket vorgestellt. Dieses nutzt intern aber andere Kernel-Techniken als das nun von Hisilicon vorgestellte Warpdrive.

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1 Kommentar
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Linuxhase
7 Jahre her

>Mit Hilfe des Warpdrives soll die Möglichkeit geschaffen werden, bestimmt Hardware-Fähigkeiten direkt einer User-Space-Anwendung zur Verfügung zu stellen.

Das erinnert mich an meine ATARI Zeiten, wo man auch am GEM vorbei programmiert hat um mehr Leistung heraus zu kitzeln. Mit dem Ergebnis das diese Programme dann inkompatibel mit MinT, MagiX/C und dem späteren Multitos waren.
Aber die Demos auf Falcon, STe und C.o waren dadurch einfach nur geil :-)

Einer Userspace Anwendung direkten Zugriff auf Hardware zu geben birgt auch gefahren für die Stabilität des Systems.

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