Gut die Hälfte der Unternehmen hierzulande bei KI-Einschränkung ratlos

(C) unter Verwendung eines Motivs von Andrei Suslov / 123RF.com

(C) unter Verwendung eines Motivs von Andrei Suslov / 123RF.com

Einer Umfrage von Red Hat unter jeweils 100 IT-Entscheidungsträgern aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und den Niederlanden zufolge, besteht eine deutliche Lücke zwischen KI-Einsatz einerseits und ausgearbeiteten Regelungen dafür andererseits.

So konnten nur gut die Hälfte der deutschen Befragten (57 Prozent) auf eine Exitstrategie für den Fall verweisen, dass ihr KI-Anbieter seine Leistungen einschränken würde. Damit belegt Deutschland den letzten Platz unter den untersuchten europäischen Ländern, an der Spitze rangiert Italien, wo über 70 Prozent auf eine solche Strategie verweisen können.

Auch bei der Frage, welches Maß an Governance die Unternehmen für agentische KI etabliert hätten, markiert Deutschland das Schlusslicht. Nur 59 Prozent konnten auf eine starke Governance, wenn auch eventuell mit Lücken, verweisen. In Großbritannien beträgt dieser Anteil 68 Prozent.

Einen Spitzenwert erreicht Deutschland dagegen bei der zunehmend wichtigen Frage der Transparenz. Hier waren fast alle der deutschen Befragten (97 Prozent) der Meinung, sie hätten die vollständige (51 Prozent) oder zumindest teilweise (46 Prozent) Übersicht darüber, wo ihre Daten gespeichert und verarbeitet würden und wie sie darauf zugreifen könnten.

Um die weiterhin vorhandenen Lücken in Sachen Transparenz und Kontrolle zu schließen, sehen 69 Prozent der IT-Entscheidungsträger in Open Source den entscheidenden Hebel. Der Ansatz bietet ihrer Meinung nach mehr Kontrolle darüber, wie KI entwickelt wird und wo sie läuft – wichtige Voraussetzungen dafür, Abhängigkeiten zu vermeiden und die Souveränität zu stärken. Für die kommenden drei Jahre erwarten die Befragten die größten Beiträge von Open Source zu einem wachsenden Vertrauen in KI-Lösungen durch mehr Kontrolle über die Entwicklung und den Betrieb von KI (69 Prozent), eine größere Anpassbarkeit an geschäftliche und regulatorische Anforderungen (68 Prozent) sowie mehr Transparenz und eine bessere Prüfbarkeit (68 Prozent).

Deutsche Unternehmen zeigen sich zudem offen für politisch gesetzte Standards für vertrauenswürdige, souveräne KI: 72 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus, dass der Gesetzgeber Open-Source-Prinzipien wie Transparenz, Prüfbarkeit und entsprechende Lizenzmodelle vorgeben sollte, um Unternehmen beim Erreichen von KI-Souveränität zu unterstützen.

E-Mail Benachrichtigung
Benachrichtige mich zu:
0 Kommentare
Älteste
Neuste Beste Bewertung
Nach oben