Google erforscht die Möglichkeit, solarbetriebene Rechenzentren in das Weltall auszulagern, um so irdische Ressourcen zu schonen.
In einem Blogbeitrag beschreibt Google jetzt ein Forschungsprojekt zu satellitengestützten und solargetriebenen KI-Rechenzentren im Weltraum. Dort könne ein Solarpanel bis zu achtmal produktiver sein als auf der Erde und nahezu kontinuierlich Energie liefern, was die Notwendigkeit reduziert, auf schwere Batterien zurückzugreifen. Die Satelliten könnten via optischen Links mit der Erde kommunizieren. Google will dabei auf kleinere, modular aufgebaute und untereinander vernetzte Satelliten setzen.
Das “Suncatcher” getaufte Projekt sei Teil der langen Tradition von Google, sich anspruchsvollen wissenschaftlichen und technischen Herausforderungen zu stellen. Wie bei allen solchen Herausforderungen gäbe es auch hier Unbekannte, aber genau in diesem Sinne hätte man vor einem Jahrzehnt mit dem Bau eines großen Quantencomputers begonnen – bevor dies als realistisches technisches Ziel galt. Und vor über 15 Jahren habe man die Vision eines autonomen Fahrzeugs entwickelt, aus der schließlich Waymo hervorging, das heute Millionen von Fahrgästen rund um den Globus befördert.
Das vorgeschlagene System besteht aus einer Konstellation vernetzter Satelliten, die wahrscheinlich in einer sonnensynchronen niedrigen Erdumlaufbahn von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang operieren, wo sie nahezu konstantem Sonnenlicht ausgesetzt wären. Diese Wahl der Umlaufbahn maximiert die Gewinnung von Sonnenenergie und reduziert den Bedarf an schweren Bordbatterien. Damit dieses System realisierbar ist, müssen mehrere technische Hürden überwunden werden.
So benötigen KI-Workloads Kommunikationsverbindungen mit hoher Bandbreite und geringer Latenz, um Teilaufgaben auf viele Beschleuniger verteilen zu können. Hier forscht man in Richtung Mehrkanal-DWDM-Transceivern (Dense Wavelength-Division Multiplexing). Weiter müssen die Satelliten in großen Schwärmen eng beieinander gesteuert werden, wobei Unregelmäßigkeiten des Gravitationsfelds der Erde und der Luftwiderstand ausgeglichen werden müssen. Weiter müssen die Beschleunigerchips den Bedingungen in einer erdnahen Umlaufbahn standhalten. Schließlich muss sich alles auch noch rechnen.
Um sich all diesen Herausforderungen zu stellen wird der nächste Meilenstein eine Erkundungsmission mit zwei Satelliten-Prototypen zu Beginn des Jahres 2027 sein.





