Google: Abschied von SSLv3 und RC4 auf Raten

Google will sich von SSLv3 und RC4 trennen, das kündigte der Security-Ingenieur Adam Langley in Googles Online-Security-Blog an. Konkrete Zeitpunkte nennt das Unternehmen nicht, dafür gibt es Tipps und Hilfe für Admins.

Im Zuge des Umstiegs auf SHA-256 will sich Google laut Blogpost mittelfristig von den unsicheren Chiffren SSLv3 und RC 4 trennen. SSLv3 sei seit 16 Jahren überflüssig, schreib Langley, die IETF habe es bereits offiziell ausrangiert. Auch die 28 Jahre alte RC-4-Verschlüsselung habe gute Dienste geleistet, sei nun aber in die Jahre gekommen und ihre Stilllegung von der IETF empfohlen.

Google plant nun, den Support von SSLv3 und RC4 erst für die Frontend-Server und später für weitere Produkte, namentlich Chrome, Android, die SMTP-Server und Webcrawler einzustellen. Ein konkretes Datum dafür nennt Google nicht, fordert die Client- und Server-Entwickler aber auf, diesen Schritt ebenfalls zu vollziehen:

"If your TLS client, webserver or email server requires the use of SSLv3 or RC4 then the time to update was some years ago, but better late than never."

Als Alternative schlägt Google den Wechsel auf TLS vor. Der werde nur dann kompliziert, wenn die Software nichts anderes unterstütze. Für den TLS-Support kündigt Google ein paar Mindestanforderungen an:

  • Die Software muss mindestens TLS 1.2 unterstützen
  • Der Handshake muss eine Server Name Indication (SNI) mit dem Domainnamen beinhalten
  • Die Software muss die Ciphersuite “TLS_ECDHE_RSA_WITH_AES_128_GCM_SHA256” mit P-256 und unkomprimierten Punkten unterstützen
  • Sie muss den Googles Root-Zertifikaten vertrauen
  • Das Zertifikate-Handling muss DNS Subject Alternative Names (SAN) unterstützen und diese SANs sollen eine einzelne Wildcard ganz links im Namen unterstützen.

TLS-fähige Geräte, die diese Ratschläge beachten, werden voraussichtlich noch mindestens bis 2020 ohne Änderung laufen. Als weitere Hilfestellung bietet Google eine Testsandbox an, der die Punkte eins bis drei in der Liste überprüft. Nicht zuletzt werden Clients, die nur der Googles Root-CA Equifax vertrauen, nicht aber Geotrust, in Zukunft vermutlich nicht mehr funktionieren.
 

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