GNU Radio 3.8.0 veröffentlicht

Die erste Minor Release seit 6 Jahren ist GNU Radio 3.8.0. Bahnbrechende Neuerungen bringt das Update nicht mit, dafür hat das Projekt einige seiner Basistechnologien erneuert und erweitert.

Mit GNU Radio lassen sich Signale produzieren, prozessieren, verändern und in einem Signal Processing Flow Graph aneinander hängen. Das funktioniert nicht nur auf Code-Ebene, es gibt auch eine grafische Oberfläche dafür. Anwender greifen im Zusammenhang mit SDR (Software Defined Radio) zu GNU Radio, um etwa Signale aus der Umgebung aufzufangen und auszuwerten. Ein Anwender hat GNU Radio verwendet, um Orang Utans zu tracken, es gibt also eine breite Palette an Möglichkeiten.

GNU Radio 3.8.0 hängt neuerdings von Mpir/GMP, Qt5, GSM und Codec2 ab, während die Verknüpfung mit Libusb, Qt4 und CppUnit endet. Apropos CPP: Das Projekt setzt nun auf C++11. Aber auch Python 2 und 3 kommen zum Einsatz, wobei die Ankündigung darauf hinweist, dass Python 2 hier wohl den letzten Auftritt feiert. Als Buildsystem kommt weitgehend Cmake zum Zug, wobei das Projekt Cmake, GCC, MSVC, Swig und Boost auf neue Versionsnummern gehoben hat.

Auch an GNU Radio Companion (GRC), dem grafischen Werkzeug des Projekts, haben die Entwickler gefeilt. Damit lassen sich nach dem Lego-Prinzip GNU-Radio-Komponenten grafisch zusammenstecken, was im Hintergrund den dazu passenden Python-Code generiert. GRC verwendet nun Yaml anstelle von XML und kommt mit einem besseren Tooling für die Zeichenfläche.

Aufgeräumt haben die Entwickler auch. So wurden die Module “gr-comedi”, “gr-digital”, “gr-fcd”, “gr-utils” und “gr-wxgui” aussortiert. Teils war nicht mehr klar, was die Komponente eigentlich bezweckt und wer sie überhaupt verwendet. Teils wurden Bugs schon länger nicht mehr repariert oder gibt es keine Verantwortlichen, die die Software aktualisieren. Wer die Software einmal ausprobieren möchte, findet den Code auf Github.

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