Nach sechs Monaten Entwicklungszeit ist Version 3.30 des Gnome-Desktops erschienen. Die verbessert unter anderem die Desktop-Performance und das Screen Sharing. Neben neuen Features gibt es Bugfixes und kleine Optimierungen.
Gnome 3.30 trägt den Codenamen “Almería”, in der gleichnamigen Stadt fand die diesjährige Guadec-Konferenz statt. Zu den Neuerungen zählen die Entwickler die verbesserte Desktop-Performance: Gnome nutze nun weniger Systemressourcen, was es erlaube, mehr Anwendungen ohne Performance-Einbußen parallel laufen zu lassen. Screen Sharing und Remote-Desktop-Sessions lassen sich einfacher ansteuern. Das Systemmenü zeigt bei laufenden aktiven Sitzungen einen Indikator an, der es dem Anwender ermöglicht, eine Session schnell zu beenden.
Support für Flatpak und Windows-Boxen
Gnome unterstützt auch das neue Paketformat Flatpak besser. Der Softwaremanager kann Flatpaks neuerdings automatisch aktualisieren. Viele neue Apps seien bereits über Flathub, ein kuratiertes Flatpak-Repository, verfügbar. Um das Feature zu nutzen, muss der Anwender eine entsprechende Option in Software aktivieren.
Web, Gnomes hauseigener Browser, macht das Betrachten von Inhalten einfacher. Dafür unterstützt Web eine neue minimale Leseansicht. Die Leseansicht gibt es beispielsweise auch für Firefox, dabei erscheint der Artikel ohne die Menüs und andere Inhalte drum herum sowie ohne Abbildungen. Vorausgesetzt, die Webseite unterstützt diese Funktion, kann der Anwender mit Web zwischen einer normalen Ansicht und einer minimalen Lese-Ansicht wechseln.
Boxes, Gnomes VM-Anwendung verbindet sich nun über das RDP-Protokoll mit entfernten Windows-Servern, die sich auf diese Weise einfacher verwalten lassen. Zudem importiert Boxes nun auch VMs im OVA-Format, was das Teilen virtueller Maschinen erleichtert.
Dies und das
Daneben gibt es zahlreiche kleinere Neuerungen. Mit Podcasts hat Gnome eine neue Podcast-App an Bord. Dank dieser lassen sich Podcasts nicht nur einfach abonnieren und abspielen, sondern sind auch einfache Importe möglich. Games lässt sich nun mit einem Gamepad ansteuern, zudem gibt es dank Flatpak vier neue Emulatoren.

Gnome 3.30 bringt unter anderem neue Spiele-Emulatoren mit (Quelle: https://help.gnome.org).
Die Gnome-Entwickler haben zudem im Dateibrowser die Liste von Orten und die Suche aufgeräumt, in den Einstellungen lassen sich Thunderbolt-Geräte verwalten, zugleich taucht bestimmte Hardware dort nur noch auf, wenn das System diese tatsächlich entdeckt. Avatare lassen sich einfacher auswählen, Notes, die Notiz-App, ist einfacher zu verwenden. Nicht zuletzt kann Disks von Veracrypt verschlüsselte Volumes mounten und entschlüsseln.
Üblicherweise stellen die Distributionen neue vorkompilierte Pakete des Desktops bereit, die Nutzer dann mit neuen Versionen der Distribution automatisch erhalten. Auch das nachträgliche Installieren neuer Desktop-Versionen über externe Paketquellen ist möglich. Wer Gnome selbst kompilieren möchte, findet die Software in einem Gitlab-Repository.




