Führungswechsel: Mandriva holt Chef mit Sanierungserfahrung

Der französische Linux-Distributor Mandriva hat einen neuen Chef: Hervé Yahi übernimmt den Posten als Chief Executive Officer (CEO) von Francois Bancilhon.

Der Diplom-Physiker Herve Yahi bringt gut zwanzig Jahre Erfahrung in technisch orientierten Unternehmen mit. In seiner neuen Position bei Mandriva übernimmt er die Verantwortung für den gesamten Betriebsablauf, Geschäftsentwicklung, Marketing und Vertrieb. Der überraschende Wechsel in der Führungsspitze wird laut Mandriva-Pressesprecherin Vanessa Wall derzeit von Bancilhon begleitet; der bisherige Firmenchef soll dem neuen CEO in den nächsten Wochen beratend zur Seite stehen.

Für den Linux-Distributor, der seit geraumer Zeit mit finanziellen Schwierigkeiten kämpft, qualifiziert sich Yahi laut der offiziellen Ankündigung vor allem durch seine Erfahrung mit erfolgreicher Restrukturierung, Sanierung und bei Unternehmenszusammenschlüssen. Zuletzt war Yahi bei dem französischen Software-Unternehmen Dassault Systemes, spezialisiert auf Product Lifecycle Managment (PLM). Hier hatte er die Leitung der Unternehmensbereiche von 3D4All und Virtools. Letztere hatte Yahi nach einer finanziellen Rettungsaktion an das die Dassault-Gruppe verkauft. Seine ersten Sporen verdiente sich Yahi als Abteilungsleiter der Abteilung SI&S bei dem französischen IT-Anbieter Bull, der sich seit einiger Zeit verstärkt als Linux und Open Source-Anbieter präsentiert.

Im August 2007 machte Francois Bancilhon in einer persönlichen Einschätzung noch „Licht am Ende des Tunnels“ für Mandriva aus (Linux-Magazin Online berichtete). Der Optimismus war verfrüht, wie der Geschäftsbericht im Januar 2008 offenbarte. Mit den Zukäufen Connectiva, EdgeIT und Linbox fuhr das Unternehmen trotz der prekären Finanzlage einen Expansionskurs.

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