Mit dem traditionellen Beer Event im Cafe Delirium in Brüssels Altstadt begann am Freitag abend die diesjährige FOSDEM. Am Samstag folgten dann Keynotes und Entwicklertracks, darunter auch Kernel-Prominenz wie Systemd-Papst Lennart Poettering.
Im frühlingshaft warmen Brüssel treffen sich derzeit wieder tausende Linux- und Open-Source-Entwickler zur FOSDEM. Die im Jahr 2000 gestartete Entwicklerkonferenz hat sich zu Europas wichtigstem Community-Event gemausert, auf dem sich zahlreiche Projekte, Firmen und prominente Entwickler zeigen. Den Anfang machte am Freitagabend das legendäre Bier-Event in der Brüsseler Altstadt.
Im Cafe Delirium gingen da fast 10.000 Bier über den Tresen, und so manch Kernel-Entwickler sprach angesichts der großen Auswahl exotischer belgischer Biere auch von “flüssigen rosa Kopfschmerz im Glas”, was auch der rosa Elefant als Haustier der Location unterstreicht.
Angesichts der ausgedehnten Feier verwundert es jedes Jahr aufs Neue, wie viel innovative und tiefschürfende Vorträge der Besucher an den beiden Tagen geboten bekommt. 5000 Teilnehmer erhalten in knapp 500 Vorträgen Know-how aus praktisch allen aktuellen Linux-Themen, mit aktuellen Entwicklungen, vorgestellt von den Protagonisten selbst.
Dank Sponsoren wie Red Hat, Google, Cisco, Oracle, HP und anderen ist die FOSDEM für Besucher kostenlos, und auch der Dank der Veranstalter an die Freie Universität Brüssel überrascht nicht, denn eine Location für ein Event diesen Ausmaßes ist sicher nicht leicht zu finden.
Nach der Willkommens- und Dankesrede machten am Samstag die ersten Keynotes den Anfang, Daniel Naber schilderte die Probleme, die die Wikipedia mit Grammatik- und Stilfehlern hatte und wie sie das mit Hilfe des Java-Language-Tools lösen konnte, zumindest weite Teile davon.
In der zweiten Keynote gab John Turnbull Anregungen, wie man sich am besten in alte Software-Projekte neu einarbeitet. Unter dem Titel Software-Archäologie schilderte er sowohl soziale Regeln mit Verhaltensweisen wie auch das technische Vorgehen für den, der neu zu einem etablierten, alten Projekt stoße. Reden, höfliches Nachfrage, Lesen, Dokumentation updaten und Tests einbringen und beschreiben, seien da hilfreich, meint Turnbull.
Nach den Keynotes begannen die diversen Techniktracks der FOSDEM, die sich bis Sonntag abend hinziehen, ehe eine NSA-Keynote und die traditonelle Closing Keynote das Event abschließen.










