Mit viel britischen Humor gewürzt präsentierte der bei Suse angestellte Michael Meeks in seinem Vortrag auf der FOSDEM die neueste Version von Libre Office. Die erscheint offiziell am Mittwoch, Meeks ergriff die Gelegenheit, dabei auch die zahlreichen Schwierigkeiten und Erfolge des freien und sehr umfangreichen Office-Projektes zu verweisen.
Er komme ja dank Libre Office und Suse ein wenig herum, parliert Meeks, aber dass ihm als Briten fast andauernd und überall auf der Welt, ob in Saudi-Arabien oder China immer die gleiche Frage gestellt werde, mache ihm schon zu schaffen. Der Vorwurf lautet: “Warum sind eigenltich so viele deutschsprachige Kommentare im Quelltext von Libre Office? Wir tun uns sehr schwer, die zu übersetzen!” Mit derlei Geschichten, gewohnt trocken serviert, hat Meeks Zuhörer und Lacher auf seiner Seite, zumal er gleich die passende Infografik parat hat: “Wir haben es geschafft, die Anzahl der deutschen Zeilen deutlich zu reduzieren: Waren es in Libre Office 3.x noch bis zu 50.000 deutschsprachige Kommentare, so finden sich in Version 4 nur mehr um die 10.000.”
Überhaupt die Bugs und Bugfixes, da habe sich viel getan, weil das Projekt so viele Mechanismen eingeführt habe, die jetzt greifen. Allen voran etwa den vereinfachten Zugang zum Mozilla-Bugtracker, aber auch Mentoring-Programme, andere Compiler und vieles mehr. Den Erfolg zeige auch die folgende Kurve klar.
Erfolgreich fixt das Team Bugs, die geschlossenen (rot) sind deutlich in der Überzahl gegenüber den neu eröffneten (blau). Allerdings zeigt sich aber auch ein leichter Anstieg der neuen Fehler (vor allem ganz rechts), weil die Developer es Anwendern leichter machen, Bugs zu melden.
Version 4 kommt am Mittwoch
Libre Office 4 schließlich wird zahlreiche Verbesserung gegenüber seinen Vorgängern erfahren. Mittwoch soll das neue Paket erscheinen, und deutlich besser mit vielerlei proprietären Dokumentformaten umgehen, von Microsoft Office über DocX und Visio bis zu Word Perfect und anderen, alten Formaten. Auch der Headless-Mode (für Server) sei deutlich verbessert, vieles spürbar beschleunigt, und die neue Version bekomme auch zahlreiche schicken Eye-Candy-Erweiterungen: Anwender können jetzt alle Personas – die Skins von Firefox und Thunderbird auch in Libre Office nutzen und den Presenter mit einer umfangreichen Android-App via Bluetooth steuern.
Außerdem gibt es Sharepoint-Integration über das CMIS-Protokoll, das auch andere CMS wie Alfresco sprechen, XML-to-Spreadsheet-Mapping und zahlreiche Verbesserungen im Userinterface. Die fangen beim deutlich schnelleren Rendern der Grafikskalierung an und reichen bis zur Unterstützung für Sprachen die von rechts nach links schreiben, wie etwa Arabisch. Die neuen Vorlagenmanager und die Unity-Menü-Integration fallen dabei fast gar nicht mehr auf.






