Forschung zu Widerspruch bei Kryptozahlungen

Eigentlich ist es das Wesen einer Blockchain, dass einmal getätigte Transaktionen unabänderlich sind. Der zunehmende Klau von Kryptowährungen lässt jetzt jedoch Forscher nach einer Möglichkeit für Rückbuchungen suchen.

Forscher der Stanford Universität haben jetzt in einem Papier spezielle Token-Standards für die Blockchain Ethereum vorgeschlagen, die es unter bestimmten Voraussetzungen möglich machen sollen, Transaktionen wieder zurückzunehmen. Auslöser waren steigende Verluste durch kriminelle Transaktionen: Wurden 2020 7,8 Milliarden Dollar gestohlen, verdoppelte sich die Summe 2021 auf 14 Milliarden. In einem einzigen Fall gingen allein mehr als 600 Millionen verloren. Dazu kommen durch Tippfehler oder Ähnliches fehlgeleitete Transaktionen, die momentan ebenfalls nicht mehr zurückgenommen werden können.

Mit Hilfe der neuen vorgeschlagenen Token-Standards ERC-20R und ERC-721R soll ein Opfer künftig unter Vorlage von Beweisen bei einer Schiedsstelle das Einfrieren der fraglichen Transaktion beantragen können. Wird dem stattgegeben, können die fraglichen Assets nicht mehr weitertransferiert werden. Anschließend können beide an der Transaktion beteiligte Parteien einem Gericht ihre Argumente vortragen, dass dann über die Rücknahme entscheidet. Das Gericht soll aus Gebühren bezahlt werden, die das Opfer bei Beantragung der Rücknahme einzahlen muss.

Details wie etwa die Zusammensetzung des Gerichts oder die Höhe der Gebühren sind bislang noch unklar. Für die Token-Standards gibt es aber bereits eine Referenzimplementierung.

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