Die Forscher der Universität von Minnesota, die für eine Studie versucht haben, manipulierte Patches in den Linux-Kernel einzuschleusen, haben sich in einer Nachricht an die Kernel-Mailingsliste entschuldigt. An Kernel-Maintainer Greg Kroah-Hartman perlt diese Entschuldigung ab.
Wie Kangjie Lu, Qiushi Wu und Aditya Pakki von der Universität Minnesota schreiben, sei es nie ihre Absicht gewesen, der Kernel-Entwicklung Schaden zuzufügen. In ihrer Arbeit sei es vielmehr darum gegangen, mögliche Schwachstellen im Patching-Prozess aufzudecken und damit letztlich den Linux-Kernel sicherer zu machen. Mit den eingereichten Patches seien eine Schwachstellen in den Kernel gelangt, so die Verfasser der Nachricht an die Kernel-Entwickler. Die von Greg Kroah-Hartman als Antwort auf die Aktion ebenfalls aus dem Kernel entfernten 190 Patches, die von der Universität Minnesota stammen, seien nicht Teil der Forschungsarbeit, sondern seien echte Patches, die echte Probleme beheben, beteuern die drei Forscher der Universität.
Wie berichtet hatten die Forscher der University of Minnesota (UMN) haben damit experimentiert, ob es ihnen gelingt fehlerhafte Patches in den Linux-Kernel einzuschleusen. Das Experiment sollte zeigen, dass mit präparierten Patches neue Fehler in den Kernel gelangen. Kernel-Maintainer Greg Kroah-Hartman reagierte im Nachgang sehr ungehalten und hat sämtliche von der Universität stammende Patches aus dem Kernel entfernt.
Greg Kroah-Hartman bedankt sich nun zwar für das Schreiben, weist aber daraufhin, dass es damit nicht getan sei. Die Linux Foundation und das Technical Advisory Board der Linux Foundation hätten am Freitag einen Brief an die Universität geschickt, in dem die spezifischen Maßnahmen beschrieben werden, die notwendig seien, damit die Forscher und auch die Universität daran arbeiten können, das Vertrauen der Linux-Kernel-Community zurückzugewinnen, lässt Kroah-Hartman kurz angebunden wissen. “Solange diese Maßnahmen nicht ergriffen werden, haben wir nichts weiter über dieses Thema zu diskutieren”, schreibt Kroah-Hatman als Antwort auf die Mail der Forscher. Welche Forderungen in dem Schreiben der Linux-Foundation aufgestellt werden, ist nicht bekannt. Das Schreiben ist nicht öffentlich.



