Finanzverwaltung Niedersachsen wechselt von Linux zu Windows

Nach über zehn Jahren Linux-Betrieb sollen die Client-Systeme der Finanzverwaltung Niedersachsen auf Windows migriert werden. Betroffen sind rund 13.000 Systeme. Für die Umstellung steht ein zweistelliger Millionenbetrag bereit.

Im Jahr 2006 wechselte die Finanzverwaltung des Landes Niedersachsen von dem damals genutzten Sun Solaris auf das aus Deutschland stammende freie Linux-System von Suse. Ähnlich wie die Stadt München plant nun auch die Finanzbehörde in Niedersachsen ihren Abschied von Linux auf Clientsystemen sowie eine Migration der rund 13.000 Arbeitsplatzrechner zu einem aktuellen Windows-System. Das geht aus dem Haushaltsentwurf des Landes Niedersachsen für das kommende Jahr hervor.

Eine Sprecherin des niedersächsischen Finanzministeriums bestätigte dem Magazin Heise.de diese Pläne. Dem Haushaltsentwurf zufolge sollen im Jahr 2019 für die Migration 5,9 Millionen Euro bereitgestellt werden und für die Folgejahre jeweils 7 Millionen Euro. Wie viele Jahre die Arbeiten insgesamt in Anspruch nehmen werden, ist derzeit nicht bekannt. Bei der vergleichbaren Migration der Arbeitsplatzrechner von Linux auf Windows in der Stadt München rechnen die Verantwortlichen mit einer Dauer von mindestens vier Jahren und einer Investition von knapp 50 Millionen Euro für “die Schaffung eines einheitlichen IT-Arbeitsplatzes”.

Letzteres ist ebenfalls das vorgegebene Ziel bei der Finanzverwaltung in Niedersachsen. Im Haushaltsentwurf heißt es dazu: “Die Vereinheitlichung der bisherigen Arbeitsplatzsysteme soll die Verfahren vereinfachen und die Softwareentwicklung im steuerlichen Konsens-Verbund erleichtern”. Der Konsens-Verbund meint die Kooperation von Bund und Ländern zur Koordination der Softwareentwicklung der verschiedenen Steuerbehörden.

Völlig überraschend kommt die Migration hin zu Windows nicht. Bereits im Koalitionsvertrag (PDF) der aktuellen niedersächsischen Landesregierung aus SPD und CDU heißt es: “Wir werden den in Niedersachsen bislang Linux basierten Verfahrensbetrieb aufgeben, mit dem Ziel, auf diesem Weg die länderübergreifende Zusammenarbeit zu erleichtern und den Aufwand in Programmierung und Verfahrensbetreuung zu reduzieren”.

E-Mail Benachrichtigung
Benachrichtige mich zu:
3 Kommentare
Älteste
Neuste Beste Bewertung
LinuxOpa
7 Jahre her

Windoof – den Spionen Tür und Tor öffnen – Troja lässt grüßen…

Linuhase
7 Jahre her

Die Verantwortlichen werden schon sehen was sie davon haben, das wird ein schlimmes Erwachen.
Ich bin zutiefst traurig das solche inkompetenten (im Bezug auf IT) Menschen diese Entscheidung überhaupt treffen dürfen :-(

Orti
7 Jahre her

Immer mehr Verwaltungen kehren dem vermeintlich besseren OS den Rücken (so sie vorher auf Linux gesetzt hatten). Ich halte es schon ziemlich vermessen von einigen Kommentaren, all diese Entscheider als inkompetent abzustempeln. Vor allem, ohne Details zu kennen.

Nach oben