FCC untersucht Blockade-Versuche seitens Comcasts

Vor gut einem Monat veröffentlichte die Electronic Frontier Foundation (EFF) Dokumente, in denen sie dem amerikanischen Provider Comcast der Beschränkung der Nutzungsmöglichkeiten seiner Internet-Anschlüsse beschuldigte. Nun bekommen die Vorwürfe neue Nahrung.

Auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas kündigte die amerikanische Regulierungsbehörde (Federal Communications Commission – FCC) an, Beschwerden von Kunden nachzugehen. Das teilte Kevin J. Martin, Chef der FCC, mit. Er sagt, seine Behörde reagiere damit auf Beschwerden von Comcast-Kunden. Diese hätten moniert, ihr Provider behindere den Datenaustausch über das Peer-to-Peer-Protokoll BitTorrent. Jetzt wolle die FCC prüfen, ob sich die Vorwürfe beweisen lassen.

Warum sich die FCC einschaltet ist offensichtlich: Die Behörde tritt für das Prinzip der Netzneutralität ein. Der Begriff der Netzneutralität bezeichnet die nichtdiskriminierende Datenübermittlung im Internet. Mit der Filterung der Datenströme habe Comcast bewusst gegen das Prinzip verstoßen. Der Provider selbst hält dem entgegen, dass er mit der Beschränkung einiger weniger Kunden gleichmäßige Bandbreite für alle Kunden erreichen wollte. Weiter lässt der Provider verlauten, er werde jegliche Fragen der Behörde erklären.

Der Ausgang der Vorgänge rund um Comcast dürften auch für Deutschland und Europa spannend sein. Hierzulande planen Netzbetreiber mit der Einführung der so genannten Next Generation Networks ebenfalls eine Reglementierung und Priorisierung des Datenverkehrs. Internet-Fernsehen alias IP-TV und On-Demand-Diensten sollen störungsfrei fließen können, Konkurrenz soll zielgerichtet geblockt oder behindert werden. In den vereinigten Staaten hat der Suchmaschinenbetreiber Google bereits rechtliche Schritte angekündigt sollte es zu den Reglementierungen kommen.

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