Mit dem Supercomputer JUPITER wird der erste Rechner der Exascale-Klasse in Europa offiziell in Betrieb genommen. In der globalen Top500-Liste rangiert er auf Platz 4, unter den Top5 ist er mit mehr als 60 Milliarden Operationen pro Watt der energieeffizienteste.
Eine sehr effiziente Warmwasserkühlung ermöglicht die Nutzung der Abwärme zur Beheizung von Gebäuden. Dank eines speziell für ihn entwickelten modularen Systems (Modular Data Center, MDC) konnte er in Rekordzeit aufgebaut werden.
Der JUPITER Booster, gebaut von Eviden, einem Unternehmen der Atos Group, ist mit rund 24 000 NVIDIA-Superchips des Typs GH200 Grace Hopper bestückt, die auf hoch parallele Workloads spezialisiert sind. Bei Rechnungen mit geringerer Genauigkeit (8 Bit), wie sie beispielsweise für das KI-Training eingesetzt werden, soll JUPITER mehr als 40 Exaflops erreichen. Damit können nun auch die größten Sprachmodelle der Welt in Europa trainiert werden. Es wird grob geschätzt, dass die Kapazität in etwa reichen würde, um ein großes Sprachmodell (LLM) mit 100 Milliarden Parametern in einer Woche zu trainieren.
Die Booster-Partition wird zukünftig um eine Cluster-Partition ergänzt, die von ParTec geliefert wird und über klassische Prozessoren (CPUs) mit hoher Speicherbandbreite verfügt. Diese ist speziell für datenintensive Aufgaben vorgesehen.
Auch jenseits der KI wird das gewaltige Rechenvermögen von JUPITER Durchbrüche in der Forschung ermöglichen. So kann zum Beispiel die räumliche Auflösung bei Klima- und Wettersimulationen deutlich erhöht werden, was die Vorhersage von lokalen Extremereignissen erheblich verbessern wird. Gleichzeitig wird JUPITER die Entwicklung eines nachhaltigen Energiesystems unterstützen – zum Beispiel durch die Optimierung von Stromnetzen, die Simulation von Energiespeichermaterialien und die Modellierung zukünftiger Wasserstofftechnologien.
JUPITER steht für “Joint Undertaking Pioneer for Innovative and Transformative Exascale Research” und wurde zur Hälfte von der European High Performance Computing Joint Undertaking (EuroHPC JU) finanziert und zu je einem Viertel vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt und über das Gauss Centre for Supercomputing vom Kultur- und Wissenschaftsministerium Nordrhein-Westfalen.





