Vor dem Bundesgericht für Nordkalifornien in Oakland hat der Prozess von Elon Musk gegen Sam Altman begonnen. Der Anwalt des Beklagten nahm Musk ins Kreuzverhör.
Musk sieht sich von Altman und dem OpenAI-Mitgründer Greg Brockman betrogen, weil man OpenAI einst gemeinsam als gemeinnützige Forschungsinstitution gegründet habe, die für niemanden Profit erwirtschaften sollte. Mittlerweile sei aber der gesamte Firmenwert in dem später gegründeten profitorientierten Zweig konzentriert. Folglich habe man ihm die wohltätige Organisation gestohlen. Musk betonte vor Gericht: “Ich habe die Idee gehabt, den Namen erfunden, die wichtigsten Leute rekrutiert, alles, was ich wusste, weitergegeben und die gesamte Anfangsfinanzierung bereitgestellt.” Jetzt fordert er Schadenersatz in Höhe von ungefähr 150 Milliarden Dollar. Außerdem sollte die Umwandlung von OpenAI, das in diesem Jahr an die Börse gehen will, in ein gewinnorientiertes Unternehmen verhindert werden und Altman solle seinen Chefposten räumen.
Allerdings ist fraglich ob ihm das Gericht die Rolle des aufrichtigen Wohltäters abkauft. Musk hatte den OpenAI Aufsichtsrat 2018 freiwillig verlassen, 2020 jegliche Zahlungen eingestellt und 2023 sein eigenes, von Anfang an gewinnorientiertes KI-Unternehmen xAI gegründet, einen direkten Wettbewerber von OpenAI.
Im Kreuzverhör von OpenAI-Anwalt William Savitt machte Musk zudem teils keine gute Figur. So musste er zugeben, nicht alle von OpenAI herausgegebenen Papiere gründlich studiert zu haben, er habe nur die Überschriften gelesen. Auch wurde ihm eine eigene E-Mail aus dem Dezember 2016 vorgehalten, in der er geschrieben hatte, OpenAI als Nonprofit-Organisation zu gründen sei “im Nachhinein vielleicht der falsche Schritt” gewesen. Weiter kam nicht gut an, dass Musk vor Gericht vor dem Aussterben der Menschheit durch KI warnte. Richterin Gonzalez Rogers wandte ein, sie fände es ironisch, dass Ihr Musk trotz dieser Risiken ein Unternehmen gründet habe, das genau in diesem Bereich tätig ist. Dies sei kein Prozess über die Sicherheitsrisiken Künstlicher Intelligenz. Schließlich kam auch noch heraus, das xAI sein KI-Modell Grok mithilfe von OpenAI-Modellen trainiert hat.
Der Ausgang des Prozesses, der sich noch Monate hinziehen wird, bleibt offen. Er könnte aber über die Zukunft eines KI-Marktführers entscheiden und gehört sicherlich zu den spannendsten gerichtlichen Auseinandersetzungen dieses Jahres.




