Das Nitropad bemerkt Manipulationen und kommt ohne Intel Management Engine

Nitrokey kündigt das Nitropad X230 mit deaktivierter Management Engine und Boot-Measure-Support an. Zielgruppe sind Nutzer, die verhindern möchten, dass jemand in ihrer Abwesenheit ihr Laptop manipuliert.
Der Zusatz “X230” im Nitropad-Namen verrät bereits, dass es sich bei der Hardware um ein angepasstes Thinkpad X230 handelt. Eine Kombination aus Coreboot, Heads und der USB-Hardware von Nitrokey soll Nutzer laut der Ankündigung in die Lage versetzen, Manipulationsversuche an dem Rechner zu entdecken. Schließt der Nutzer beim Booten seinen Nitrokey an das Gerät, verrät eine grüne LED, dass das Nitropad nicht manipuliert wurde. Dabei überprüft die Software auf dem USB-Stick die Integrität von TPM, Firmware und Betriebssystem.

Ohne Intel ME

Zugleich deaktivieren die Nitropad-Macher, wie es Purism und System 76 bereits vor einiger Zeit für ihre Laptops getan haben, die Management Engine von Intel. Diese gilt auch ohne ihre bekannt gewordenen Schwachstellen als potenzielle Hintertür auf Intel-Rechnern, wozu Intel seit Jahren schweigt. Auf der Management Engine läuft mit Minix ein eigenes Betriebssystem, zugleich kann die Engine auf sensible Kernbereiche der Intel-Systeme zugreifen.

Ubuntu oder Qubes OS

Nitrokey verspricht, alle auf dem Nitropad generierten Schlüssel nicht zu speichern. Nutzer dürfen sie allerdings auch nachträglich ändern. Vorinstalliert ist dabei ein Ubuntu 18.04 LTS mit aktivierter Festplattenverschlüsselung. Wahlweise erhalten Nutzer das Nitropad aber auch mit dem besonders sicheren (und recht ressourcenhungrigen) Qubes OS 4.0 vorinstalliert. Deren Macher um die Sicherheitsforscherin Joanna Rutkowska packen sämtliche Anwendungen in VMs, um sie voneinander zu isolieren. Zugleich soll sich Qubes OS in Zukunft so einfach bedienen lassen wie Ubuntu.

Preis je nach Konfiguration

Nitrokey verschickt das Nitropad X230 und die Nitrokey USB-Hardware auf Wunsch als zwei separate Lieferungen. Laut der Nitropad-Seite im Shop schlägt das Pad in der Basisausstattung mit 745 Euro zu Buche (die 4-GByte-RAM-Version ist nicht lieferbar). Wer eine bessere CPU, mehr Speicher und eine größere Festplatte möchte, muss etwas mehr Geld drauflegen. Viel Arbeitsspeicher ist etwa beim Einsatz von Qubes OS ratsam, dessen Installation ebenfalls Zusatzkosten erzeugt. Wer will, kann zudem per Aufpreis die Wifi- und Bluetooth-Schnittstellen entfernen lassen.

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