Tests der britischen Tageszeitung The Guardian haben ergeben, dass ChatGPT bei diversen Anfragen Elon Musks umstrittene Online-Enzyklopedie Grokipedia als Quelle zitiert.
Wie der Guardian schreibt, habe das aktuelle ChatGPT-5.2 bei mehr als einem Dutzend verschiedener Anfragen insgesamt neunmal Grokipedia als Quelle angeführt. Das betraf Fragen zu politischen Strukturen im Iran, wie beispielsweise die Gehälter der paramilitärischen Basij-Miliz und die Eigentumsverhältnisse der Mostazafan-Stiftung, sowie Fragen zur Biografie von Sir Richard Evans, einem britischen Historiker und Sachverständigen im Verleumdungsprozess gegen den Holocaustleugner David Irving.
Grokipedia ist eine KI-generierte Enzyklopädie, die Musk bewusst als Gegenstück zur Wikipedia ins Leben gerufen hat. User können Einträge dort nicht bearbeiten. Kritiker werfen Grokipedia vor, rechtslastige Narrative zu verbreiten.
Wenn ChatGPT nun auf Grokipedia als Quelle zurückgreift, und sie sogar zu priorisieren scheint, selbst wenn etablierte Quellen den Aussagen widersprechen, dann nährt das Zweifel an der Neutralität und Faktentreue des Chatbots. Auch widerspricht das den Beteuerungen von OpenAI, dass die Inhalte von ChatGPT streng auf Zuverlässigkeit hin überprüft würden.




