Cebit 2009: Verbesserter Duden Korrektor 5.0 durch Suns Mitarbeit

An der aktuellen Version der Rechtschreibprüfung für Open Office aus dem Hause Brockhaus hat Sun Microsystems mitgearbeitet.

Die Korrektorversion 5.0 arbeite besser mit Open Office zusammen, weil die Sprach-Engine, also die programmierte Umsetzung der Rechtschreibprüfung, tiefer in Open Office integriert sei. Auch würden nun Bugs schneller gefixt. Der Duden-Verlag habe sich mit Sun Microsystems zusammen getan, sagte Dr. Melina Alexa in einem Gespräch auf der Cebit zu Linux-Magazin Online. Sie ist die Leiterin des Duden-Verlags Bibliographisches Institut & Brockhaus AG.

Miteinander geredet habe man seit Jahren, sagte Alexa, aber erst seit Frühjahr 2008 laufe die konkrete Zusammenarbeit zwischen Sun und dem Duden-Verlag. Von den fünf Software-Entwicklern, die fest bei Duden arbeiten, hätten zwei als Informationsfeed für die Sun-Partei fungiert, um die Anforderungen der Rechtschreibprüfung zu kommunizieren. Implementiert hat die Korrektor-Integration Sun. Durch die Zusammenarbeit gelang die Integration viel besser als in den vergangenen Jahren, sagte Alexa, als ein externer Entwickler das Prüfprogramm an Open Office angebunden hatte.

Im Bibliographischen Institut habe man auch darüber geredet, den Korrektor quelloffen zu machen. Fürs erste kommt das jedoch nicht in Frage. Doktor Alexa erläutert: “Wir können nicht die Kontrolle über unsere Rechtschreibprüfung abgeben, denn wir müssen den Duden-Standard sicher stellen. Die Marke ‘Duden’ ist verpflichtend”, so die Sprachhüterin.

Die Nähe zu Sun Microsystems und bessere Integration in die quelloffene Bürosuite kommt jedoch nicht von ungefähr. “Wir stehen nicht zufällig am Stand von Baden-Württemberg”, erklärt Alexas Kollege Dr. Gamal Morsi, Marketing Manager, seine Cebit-Präsenz. Der Duden war als eigener kleiner Stand auf der Messefläche des westdeutschen Bundeslandes im Bereich öffentlicher Sektor der “Future Parc”-Halle 9 vertreten. “Wir sehen, dass Open Office für die öffentliche Verwaltung wichtiger wird”, sagt Morsi. Man freut sich im Hause Duden über die durch Suns Mitarbeit gewonnene Verlässlichkeit der Sprachprüfung.

Der Duden-Korrektor für Open Office ist Ende Februar in der neuen Version 5.0 erschienen. Die Software ist auch für Open-Office-Suiten auf Linux erhältlich und kostet 20 Euro. Die Programmbibliothek Duden Proof Factory ist ebenfalls lizenz- und kostenpflichtig. Damit integrieren Anwendungshersteller die Duden-Rechtschreibprüfung auch in andere Anwendungen als Open Office. Da der Quellcode geschlossen ist, fällt diese Möglichkeit für etwa für CMS-Projekte, die unter der GPL stehen, allerdings flach.

E-Mail Benachrichtigung
Benachrichtige mich zu:
0 Kommentare
Älteste
Neuste Beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Nach oben