Cebit 2008: Nero Linux 3 mit neuer Oberfläche und Kommandozeile

Mit einem komplett überarbeiteten Interface und einem Kommandozeilen-Client nimmt Nero mit der Version 3.5 erneut Anlauf für den Sprung auf den Linux-Desktop.

Nero legt mit der an die Nero ROM 7 angelehnte Version 3 von Nero Linux eine neue Version der Brennsoftware vor. In das neue Linux-Nero ist viel Feedback aus der Nutzergemeinde eingeflossen.

Auf der Cebit 2008 stellte Nero eine neue Linux-Version vor, die nicht nur gut in den Gnome-Desktop integriert ist, sondern zusätzlich über einen Kommadozeilen-Client verfügt. Er ist in der kommenden Version 3.5 enthalten, die voraussichtlich in ein bis zwei Wochen erscheint. Auf der Kommandozeile stünde der Benutzer “fast der gleiche Umfag an Features zur Verfügung wie auf der grafischen Oberfläche”, sagte ein Nero-Sprecher auf der Cebit zu Linux-Magazin Online.

Nero Linux 3 basiert auf Nero ROM 7: Es erlaubt das Brennen und Kopieren von CDs, DVDs, HD-DVD sowie Blue-Ray-Datenträgern. Allerdings gilt bei all diesen Medien, dass die Software nur selbst erstellte Datenträger kopiert. Medien, die durch Kopierschutzmechanismen geschützt sind, unterstützt die Software nicht.

Mit einem komplett überarbeiteten Interface und einem Kommandozeilen-Client nimmt Nero mit der Version 3.5 erneut Anlauf für den Sprung auf den Linux-Desktop.

Mit einem komplett überarbeiteten Interface und einem Kommandozeilen-Client nimmt Nero mit der Version 3.5 erneut Anlauf für den Sprung auf den Linux-Desktop.

Die Installation der rund 12 MByte großen Software gelingt per Deb-Archiv oder RPM-Paket. Das Programm steht zum Download auf der Website des Unternehmens bereit. Eine Boxversion ist zurzeit nicht geplant. Der Preis für die Version 3 beträgt 19,99 Euro. Die Upgrades innerhalb einer Majorversion sind rabattiert, nur der Wechsel auf die nächste volle Release-Version entspricht einem Neukauf.

Nero Linux 3 unterstützt zahlreiche Audioformate, darunter Mp3, Ogg, Flac und Wav. Laut Hersteller kommen mit dem Programm 26 Sprachdateien, darunter auch Deutsch. Das System orientiert sich an der im Betriebssystem eingestellten Sprache und schaltet automatisch um, wenn diese wechselt. Dies ist bei der Windows-Version von Nero anders: Hier muss der Benutzer ein Sprachpaket nachinstallieren, wenn er die Sprache ändern möchte.

Auch bei der Integration in den Desktop achteten die Entwickler auf Linux-Konformität. So erleichtern unter Gnome ein eigener Menüpunkt und ein Desktop-Icon den Zugriff auf die Software. Im Kontextmenü des Nautilus erscheint ein zusätzlicher Eintrag, mit dem sich Datenträger erstellen lassen.

Das Programm arbeitet mit FreeDB zusammen, um Informationen zu Titel und Interpreten abzufragen. Es gibt eine 64-Bit-Version, und die Applikation funktioniert mit Kernel 2.4 und 2.6. Auf der Cebit ließ ein Nero-Repräsentant Linux-Magazin Online wissen, dass die Entwickler noch die Anpassung an die derzeit aktuelle Version 2.12 von Gtk+ planen.

Der neue Kommandozeilen-Client erlaubt, einfache Operationen wie das Konvertieren von Audiofiles auch in einem Terminal zu erledigen.

Der neue Kommandozeilen-Client erlaubt, einfache Operationen wie das Konvertieren von Audiofiles auch in einem Terminal zu erledigen.

Nero hat sich die Kritik an der letzten Linux-Version offenbar zu Herzen genommen. Im Gespräch mit Linux-Magazin Online verriet Oliver Kentschke einiges über Hintergrund und Motivation der neuen Linuxversion der Nero-Software. Kentschke ist bei Nero der Marketing-Manager für die EMEA-Region (Europa, Mittlerer Osten, Afrika). “Es gibt einen großen Sprung zwischen Nero Linux 3 und Nero Linux 2”, betonte er. Die Nero-Entwickler hätten viel Arbeit in die neue Version gesteckt: Bei Nero habe man nicht den Eindruck erwecken wollen, dass “da wieder mal eine große Firma ist, die von ihrem Programm einen Linux-Abklatsch macht”. Die Motivation für eine fundierte Linux-Version sei nicht zuletzt Kundenfeedback zu verdanken. Das Interesse an Linux sei sprunghaft gestiegen, beobachtete Kentschke. “Und wenn die Nachfrage so groß ist”, so Kentschke weiter, “kommt man dem Kundenwunsch nach.” Hinsichtlich der Unterschiede zur Box-Version von Nero, die über viel mehr Funktionen verfügt, stehe Nero mit der Linux-Version erst “ganz am Anfang”, schloss der Marketing-Manager.

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