Umweltschutz und Kostenersparnis schließen sich nicht aus. Das Hype-Thema Green IT war am Montag bei der Cebit Gegenstand einer Pressekonferenz der Messe AG mit Firmenvertretern und einer Repräsentantin der globalen Climate-Savers-Initiative.
Ein Server verbraucht im Laufe seines Lebens Strom, der so teuer ist, wie er selbst.
Hier zu sparen trägt also zu einer ansehnlichen Kostenreduzierung bei, hilft aber auch der Umwelt, denn immerhin summieren sich die CO2-Emmissionen der IT-Branche weltweit auf etwa zwei Prozent, ein Anteil der dem des gesamten Flugverkehrs entspricht.
Nicht von ungefähr steht die diesjährige CeBIT deshalb unter dem Motto Green IT.
Energiesparende Geräte sind eine Option für eine grünere IT. Ihr Potential wird beispielsweise deutlich, vergegenwärtigt man sich, dass rund eine Milliarde Menschen PCs, nutzen, aber nur eine Minderheit ein effizientes Powermanagement verwendet oder unnötigen Standby-Betrieb vermeidet.
Stromsparen ist allerdings nur ein Aspekt. Der Vertreter des WWF, Dr. Bernhard Bauske, verwies darauf, dass die nächste große Herausforderung darin bestehe, den gesamten Lebenszyklus eines Gerätes ins Auge zu fassen, von der Rohstoffgewinnung und die
Zulieferer über die Produktion und die gesamte Nutzungszeit bis zur Verschrottung. Vor dem Hintergrund eines solchen umfassenden ökologischen Fußabdrucks müsse man sich dann fragen, ob es etwa tatsächlich nötig sei, ein Handy alle 18 Monate wegzuwerfen, oder ob hier nicht durch ein modulares Konzept und Upgrades die Umweltverträglichkeit noch weiter steigerbar sei.
Was heute durch moderne Technik in Büros und Rechenzentrren erreichbar ist, zeigt ein eigenes Green IT Village auf der diesjährigen Cebit eindrucksvoll. Im Data Center erschließt
beispielsweise Virtualisierung enorme Potentiale, indem sie bis zu zehn Server auf einem physischen System zusammenführt. Andernfalls würde jeder dieser Rechner jeweils zwischen 500 und 600 Euro Stromkosten im Jahr verursachen. Aber auch moderne Bürotechnik senkt den Energiebedarf drastisch. Noch größere Einsparungen sind dort zu erreichen, wo etwa
Videokonferenzen Dienstreisen ablösen. Ein einziger Transatlantikflug wird in der CO2-Bilanz erst durch 98 Tele-Sessions aufgewogen. (Jens-Christoph Brendel)


