Der Internet-Anbieter 1&1 setzt auch in Deutschland bei seinen Hosting-Angeboten auf Software as a Service (SaaS) mit Open-Source-Programmen. Dazu hat er den offenen APS-Standard (Application Packaging Standard) von Parallels implementiert.
Der Webhosting-Anbieter 1&1 will mit dem Produkt “Click and Build” den offenen Standard APS (Application Packaging Standard) verbreiten. Teil des Angebotes Click and Build ist eine Zusammenstellung von zehn Programmen, die Open-Source-Software sind. Mittels des offenen Standards hat 1&1 im Juni vergangen Jahres das Produkt Click and Build in den USA eingeführt. “Zur Cebit 2008 will 1&1 das Produkt auf den europäischen Markt bringen”, sagte Andreas Gauger, Vorstandssprecher der 1&1 AG, auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Parallels auf der Cebit.
Die SaaS-Lösung von 1&1 soll Programme zur Verfügung stellen, die von Kommunikation über Wissens- und Contentmanagement bis Blogging-Software reichen. Zunächst wird es zum Beispiel Joomla geben, daneben Moodle, Mediawiki und Serendipity. Der APS-Standard an sich unterstützt zurzeit bereits knapp über hundert Programme, darunter auch Drupal.
Den offenen APS-Standard hat der Virtualisierungsspezialist Parallels entwickelt. Die Version 1.0 ist von Dezember 2007. Bei dem Standard handelt es sich um ein XML-basiertes Paketformat. Damit ist es möglich, auf einer Webplattform verschiedene Software auf einheitliche Weise zu paketieren, so dass Internet Service Provider beliebige Anwendungen auf ihren Hosting-Plattform implementieren und dem Kunden als Software as a Service anbieten können. Für Internet- und Hosting-Provider gibt es entsprechende Lizenzen und Partnerabkommen, die auf den Internetseiten des APS-Standards einzusehen sind.
Die Webseite des Standards ist neben Parallels von 1&1 gesponsert. 1&1 ist weltweiter Internetprovider aus der deutschen Stadt Montabaur. Er sieht die eigenen Kunden als potenzielle Abnehmer der SaaS-Lösung. Die Hälfte der rund sieben Millionen Kunden seien KMU-Unternehmen, erklärte Gauger in der Cebit-Pressekonferenz. Diese kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs) wickelten zum Beispiel schon die Domain und den Mailverkehr über 1&1 ab. “Software as a Service ist eher was für kleine Unternehmen, nicht für große, wie wir zuerst gedacht hatten”, führte er aus: “Es ist für die kleinen Firmen, die keine Lust haben, selbst für ihr Backup oder ihre Kollaborationssoftware zu sorgen.”
Mit dem APS-basiertem Hosting-Angebot strebt 1&1 keine Alleinstellung an. “Nur wenn viele den Standard benutzen, ergibt er einen Sinn”, sagte Gauger noch. Und er ist sicher: “Wir werden einmal sehen, dass das große SaaS-geschäft mit APS begonnen hat.”


