Bruce Schneier zur Sicherheit nach der NSA-Affäre

In der britischen Zeitung Guardian meldete sich am Freitag der Security-Forscher Bruce Schneier zur NSA-Affäre zu Wort. Die berechtigte Frage, die er in dem Artikel stellt, lautet, wie man angesichts der aktuellen News weiterhin sicher arbeiten kann.

Schneier hat nach eigener Aussage mit dem Guardian zusammen die Dokumente von Edward Snowden ausgewertet und zieht daraus ein paar Schlüsse. So sei die Überwachungsstruktur der NSA stark auf Netzwerke konzentriert, die Behörde könne Netzwerktraffic automatisch sammeln und auswerten. Deutlich aufwändiger seien Angriffe im Rahmen der Tailored Access Operations (TAO) auf einzelne Rechner, sie kosteten viel und seien riskant. Schneier schreibt: “Was ich beim Lesen der Snowden-Dokumente lernte ist: Wenn die NSA auf Eure Rechner will, kommt sie auch drauf. Punkt.”

Was aber laut Snowden immer noch funktioniere, sei eine gut implementierte Verschlüsselung. Die NSA versuche nicht, diese zu brechen, sondern konzentriere ich eher auf die Schwachpunkte der Verschlüsselung oder eben auf die Rechner selbst. Zudem baue sie künstliche Bugs in Verschlüsselungssoftware ein, die auch als normale Programmierfehler durchgehen.

Konkret empfiehlt Schneier, Hidden Services, TLS und IPSec zu verwenden. Er selbst nutze inzwischen einen Offline-Rechner und trage die Dokumente hin und her. Das sei zwar nicht kugelsicher, funktioniere aber ziemlich gut. Er rät von kommerzieller Verschlüsselungssoftware ab und dazu, quelloffene Software zu verwenden, die häufig zum Einsatz komme: Symmetrische Kryptographie sei sicherer als Public-Key-Kryptografie, Systeme auf Basis von diskreten Logarithmen seien sicherer als solche, die auf Elliptische-Kurven-Kryptografie basieren.

Um seine private Sicherheit zu schützen, nutze er Tools wie GPG, Silent Circle, OTR, Tails, Bleachbit, Truecrypt und weitere, über die er nicht reden wolle. Zudem gebe es einen undokumentierten Schalter in seiner Software Password Safe. Vermutlich bezieht sich das auf die Optionen “-e” und “-d”, um Dateien zu ver- und entschlüsseln.

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