Pings in URLs dienen dem Nutzer-Tracking und sind Teil des HTML-Standards. Laut Bleeping Computer bieten Entwicklerversionen von Chrome, Safari, Edge und Opera derzeit Möglichkeit mehr an, das Feature zu deaktivieren.
Hyperlink Auditing ist Teil der HTML-Spezifikation und erlaubt es, Ping-Attribute in Links zu integrieren. Klickt ein User auf einen Link, schickt das Attribut einen POST-Request an eine andere, im Link spezifizierte, URL. Diese sieht dann die eigentliche Adresse, auf die der Nutzer geklickt hat. Konkret sieht so ein Link folgendermaßen aus:
<a href="offizielle-url.html" ping="http://tracking-url.com">Hyperlink Auditing</a>
Wesentliches Ziel dieser Übung ist das Nutzertracking, was die Entwickler des Standards auch offen äußern. Dazu gebe es, so der Text zum Standard, auch andere Optionen. Der Vorteil von Hyperlink Auditing sei aber, dass die Nutzer die sie verfolgenden Links unverschleiert in dem Ping-Link erkennen. Außerdem kann der User Agent den Nutzer über den Einsatz der Tracking Links informieren und ist in der Lage, die vorhandene Bandbreite besser zu regulieren.
The ping attribute is redundant with pre-existing technologies like HTTP redirects and JavaScript in allowing Web pages to track which off-site links are most popular or allowing advertisers to track click-through rates.
Die Entwickler des Standards haben dabei auch Vorgaben gemacht, die den Einsatz des Ping-Features betreffen. So sollen die Anwender in der Lage sein, den User Agent so einzustellen, dass dieser das Ping-Feature komplett ignoriert. Außerdem soll der User Agent den Anwender informieren, dass der Link einen zusätzlichen Link auf eine zweite URL enthält.
“Sollte” reicht nicht
Allerdings steht in der Formulierung des Standards nur das Wort “should”. Das bedeutet, dass die Browserhersteller weder verpflichtet sind, den Nutzer über den Ping-Link zu informieren. Noch müssen sie ihren Nutzern eine Möglichkeit bieten, den Ping-Link abzuschalten. Einige Browserhersteller machen nun laut Bleeping Computer in den Entwicklerversionen ihrer Browser von dem “should” Gebrauch und das von der WHATWG definierte Feature obligatorisch: Der Browsernutzer kann den Einsatz solcher Ping-URLs dann nicht mehr verhindern.
Berichtet hat davon zuerst ein Safari-Nutzer. Er bemerkte, dass ein entsprechendes Kommando, um Hyperlink-Auditing zu deaktivieren, in “Safari Technology Preview Release 72 (Safari 12.1, WebKit 13607.1.17.1)” nicht mehr funktioniert. Auch in der Beta-Version von Google Chrome 74 und in Chrome 75 Canary fehlt die Möglichkeit, das Feature über “chrome://flags#disable-hyperlink-auditing” zu deaktivieren.
Auch Edge und Opera betroffen
Dasselbe gilt für den Inside Build von Microsoft Edge und für Opera 61 Developer Build, das auf Chrome basiert. Auch hier entdeckte der Autor keine Möglichkeit, das Ping-Feature abzuschalten. Lediglich Brave und Firefox würden das Feature demnach standardmäßig abschalten. Wer es einschalten möchte, könne den Parameter “browser.send_pings” über die URL “about:config” auf “True” setzen.
Ob das Feature für die finalen Versionen der vier Browser zurückkehrt, muss sich zeigen. Viele Browser basieren inzwischen auf der Open-Source-Version von Chrome und übernehmen die dort verwendeten Feature-Sets automatisch. Das kann nicht nur für die Nutzer ein Problem werden.




