Meta, das Unternehmen hinter Facebook und Instagram, will nach Auffassung der Datenschutzorganisation Noyb persönliche Posts, private Bilder oder Daten aus dem Online-Tracking für eine nicht näher definierte „KI-Technologie“ verwenden. Noyb hat dagegen Beschwerde in elf europäischen Ländern eingereicht.
Meta habe Millionen von Europäern über eine erneute Anpassung seiner Datenschutzrichtlinien informiert, berichtet Noyb. Bei näherer Betrachtung der Benachrichtigung werde klar, dass Meta persönliche Posts, private Bilder oder Daten aus dem Online-Tracking für eine nicht näher definierte „KI-Technologie“ verwenden will. Diese soll Informationen aus beliebigen Quellen aufnehmen und potenziell mit unbekannten „Dritten“ teilen. Anstatt Nutzern um ihre Zustimmung zu bitten (Opt-in), behaupte Meta ein berechtigtes Interesse zu haben, das über dem Recht auf Datenschutz stehe, so Noyb. Man habe deshalb nun Beschwerden in 11 europäischen Ländern eingereicht und fordert die Behörden auf, ein Dringlichkeitsverfahren einzuleiten, um diese Änderung sofort zu stoppen, teilt Noyb mit.
Die einzige Ausnahme von der Sammelwut scheinen für Noyb Chats zwischen Privatpersonen zu sein. Gespräche mit Unternehmen seien hingegen nicht geschützt. Zu welchem Zweck die KI-Technologie verwendet werden soll, bleibe unklar, was nicht mit den Anforderungen der DSGVO vereinbar sei. Metas Datenschutzrichtlinie würde theoretisch jeden beliebigen Verwendungszweck erlauben. All das ist äußert besorgniserregend, weil es um die persönlichen Daten von etwa 4 Milliarden Menschen geht. Zumindest Nutzer in der EU/EWR sollten durch die DSGVO vor einem solchen Missbrauch geschützt sein, hofft Noyb.
Max Schrems, Initiator von Noyb sagte: “Meta sagt im Grunde, dass es ‚beliebige Daten aus beliebigen Quellen für beliebige Zwecke verwenden und jedem auf der Welt zur Verfügung stellen kann‘, so lange dies über ‚KI-Technologie‘ passiert. Das widerspricht eindeutig der DSGVO. KI-Technologie ist ein unglaublich breiter Begriff und Meta sagt nicht, für welche Zwecke es die Daten verwenden wird. Es könnte sich daher um einen einfachen Chatbot, extrem aggressive personalisierte Werbung oder sogar eine Killerdrohne handeln. Meta sagt sogar, dass es die Daten beliebigen ‚Dritten‘ zur Verfügung stellen kann.”



