Die bislang recht vagen Pläne für einen Rust-Support im Linux-Kernel konkretisieren sich offenbar, wie eine Diskussion auf der Kernel-Mailingliste zeigt, die auch Linus Torvalds kommentierte.
Der Anregung, im Rahmen der kommenden LLVM Micro Conference auch eine Session zu einem In-Tree-Rust-Support zu starten, kam von Nick Desaulniers. Er wolle diskutieren, wie so etwas aussehen könnte und ob es überhaupt Sinn ergebe, Rust-Support in den Kernel einzubauen. Der Entwickler fragte also in die Runde, wer Interesse an so einer Session hätte. Daraufhin hoben Entwickler die Hand, nach einer kurzen Diskussion meldete sich auch Linus Torvalds zu Wort.
Die Idee, Rust in den Kernel zu bringen, wird seit einiger Zeit diskutiert. Mit der Session könnte der Support für die Programmiersprache wieder weiter vorankommen. Rust soll C dabei nicht ablösen, sondern könnte zum Beispiel bei besonders sicherheitskritischen Modulen zum Einsatz kommen. Die Programmiersprache bringt unter anderem ein Speichermanagement und eine automatische Garbage Collection mit.
Integrationsfragen
Dabei sind aber, auch das zeigte die Diskussion, noch einige Fragen zu klären. Eine davon warf Adrian Bunk auf, der nach der Stabilität von Rust fragte, das regelmäßig aktualisiert werde. Linus sieht auch die Gefahr von Compiler-Bugs, diese würden allerdings äußerst selten auftreten, seien dafür aber extrem schwer zu finden.
Grundsätzlich scheint der Kernelchef keine Einwände gegen Rust im Kernel zu haben, ihn bewegt aber die Frage, wie dieser aussehen könnte. Torvalds schlug vor, eine automatische Konfigurationsoption “Is Rust available” einzuführen, analog zu den bereits vorhandenen Compiler-Flag-Checks. Er wolle die Kernel-Entwickler nicht in eine Situation bringen, wo der Rust-Support ohne Build-Tests stattfindet. Vielmehr ziehe er es vor, einen Rust-Treiber in einem möglichst einfachen Format einzuführen, damit Fehler sofort auffallen. Er wolle verhindern, dass nur eine kleine Gruppe, die es betreffe, mit dem Rust-Code experimentiere und “schlechte und verrückte Dinge damit tun”. Josh Triplett von Intel, der sich offenbar sehr für das Thema Rust im Kernel zu erwärmen scheint, stimmte dem zu und will auch gleich Tests im Kernel-CI-Projekt einführen.





