Asterisk-Tag 2008: Zukunftsträchtige Anwendungen

Asterisk-Erfinder Mark Spencer sieht den Schwerpunkt von Asterisks Zukunft in leicht zu bedienenden Anwendungen - auch, um der VoIP-Konkurrenz durch Microsoft zu begegnen.

In seiner Keynote betonte Asterisk-Erfinder Mark Spencer Anwendungsentwicklung und Usability. Versicherung-IT-Mitarbeiter Siefried Langauf berichtete über sein Asterisk-Rollout bei der Stuttgarter Lebensversicherung.

Asterisk-Tag 2008: Zukunftsträchtige Anwendungen

In seiner Keynote betonte Asterisk-Erfinder Mark Spencer Anwendungsentwicklung und Usability. Siefried Langauf stellte sein Asterisk-Deployment bei der Stuttgarter Lebensversicherung vor.

Mark Spencer stellte die Bedeutung der Software heraus, die die Anwendung von Asterisk vielfältiger macht: “The base of Asterisk is ever getting stronger, but what will really take it to the next level is the application on top of it”, sagte er in seiner Keynote. Das beste an der kommenden Version 1.6 von Asterisk ist seiner Meinung nach das verbesserte Cluster-Management. Clustering oder OpenSER sind die beiden Methoden, die Asterisk stark skalierbar machen. Das sagte Spencer in Antwort auf eine Publikumsfrage nach der Skalierbarkeit von Asterisk, an der anscheinend Zweifel bestehen.

Asterisk-Erfinder Mark Spencer sieht den Schwerpunkt von Asterisks Zukunft in leicht zu bedienenden Anwendungen - auch, um der VoIP-Konkurrenz durch Microsoft zu begegnen.

Asterisk-Erfinder Mark Spencer sieht den Schwerpunkt von Asterisks Zukunft in leicht zu bedienenden Anwendungen – auch, um der VoIP-Konkurrenz durch Microsoft zu begegnen.

Angesprochen auf seine Strategie auf dem VoIP-Markt gegenüber Microsoft bekannte er: “Microsoft is the company I’m most concerned about.” Er führte aus, dass die Community sich anstrengen müsse um das Benutzer-Erlebnis von Asterisk so angenehm wie möglich zu machen – auch auf Windows-Plattformen: “The cmmunity has to work hard to make sure that the usage of asterisk is as easy as possible, and the Windows experience is as good as possible.” Er zeigte sich verwundert, dass in der Telekommunikationsbranche Microsoft Allianzpartner findet. Denn mit Microsoft zusamen zu arbeiten sei wie mit einem Bären zu kuscheln: Erst erscheine es sehr angenehm, aber es komme der Zeitpunkt, an dem der Bär aufwacht und Hunger hat. Schließlich äußerte sich Spencer zur Lage der VoIP-Telefonie in 10 Jahren: Er sehe die Integration mit anderen Systemen stärker werden, ssagte er. Eine Absage erteilte er Software-Telefonen: “Eventually people will realize that this is a dumb thing to do.” Denn der Vorteil von herkömmlichen Telefonen sei, dass man ein Teil für einen bestimmten Zweck hat. Der PC sei dafür nicht der richtige Ort.

Die rund 120 Teilnehmer des Asterisk-Tages holten sich in den heutigen Vorträgen auch Tipps für die Praxis, zum Beispiel aus dem Erfahrungsbericht eines Asterisk-Deployments bei einer regionalen Versicherungsfirma. Siegfried Langauf war Student, als die Stuttgarter Firma an seine Uni herantrat. Im Mai 2005 vollzog er dann binnen sechs Stunden eine Pilotinstallation. Noch ein gutes Jahr später, im August 2007, stellte er die ersten Telefone um. Die Hauptverwaltung ist inzwischen komplett mkit Asterisk, kleinere Außen-Filialen werden dieses und nächstes Jahr noch nachgerüstet. Im Februar 2008 war das zweite Pilotprojekt hinzugekommen, bei dem die Heimarbeitsplätze in das VoIP-Netz via OpenVPN eingebunden werden. Das beschrieben Szenario umfasste ungefähr 1000 Arbeitsplätze inklusive rund 60 Heimarbeitsplätze.

Grund für die Umstellung war einfach “Leidensdruck”, wie Langauf es nannte: Die Telefonanlage war veraltet und fehleranfällig. Man habe diverse proprietäre Angebote eingeholt, sich aber für Asterisk entschieden. Einerseits wollte man doch lieber offene Schnittstellen zu Software und Telefonen, um nicht von einem Verkäufer abhängig zu sein, erzählte der Angestellte, den die Stuttgarter Versicherer inzwischen an Bord geholt haben. Andererseits sollten neue Funktionen hinzukommen können. Mit den bisherigen Kosten, die das Unternehmen für Anschaffungen und Deployment insgesamt aufbringen musste, wären noch nciht einmal allein die Anschaffungskosten einer proprietären Lösung gedeckt gewesen, pointierte der ITler den Preisvorteil freier Software. An Manpower investiere seine Firma rund eine volle Stelle, aufgeteilt in anteilige Projektarbeit seiner selbst, der zu 60 % dem Asterisk-Projekt zugeordnet ist, sowie Techniker und Ersatzleute. Etwas mehr Personalressourcen fallen aber tatsächlich schon an, ließ er durchblicken.

Die Zuhörer nutzten die anschließende Fragerunde ausgiebig, die sogar abgebrochen werden musste – soviele Fragen waren den Zuhörern der Spencer-Keynote nicht eingefallen. Die Fragenden holten sich bei dem Praktiker Tipps für ihre eigenen Situationen: So tauchte die Frage auf, welche Hardware in den Asterisk-Servern verbaut sei, welche ISDN-Karten eingesetzt würden oder wie die Chef-Sekratärinnen das neue Gerät angenommen hätten. Die Besucher des Asterisk-Tages insgesamt rekrutierten sich aus zwei Gruppen: IT-Mitarbeiter von Firmen, oder Dienstleister für VoIP-Telefonie.

Stefan Wintermeyer ist Veranstalter des Asterisk-Tages. Er hat eine Asterisk-Firma, schrieb das Asterisk-Buch und ist Autor beim Linux-Magazin.

Stefan Wintermeyer ist Veranstalter des Asterisk-Tages. Er hat eine Asterisk-Firma, schrieb das Asterisk-Buch und ist Autor beim Linux-Magazin.

Der Veranstalter, Stefan Wintermeyer, ist selbst Inhaber der Asterisk-Firma Amooma. Er hat außerdem das Asterisk-Buch geschrieben, das bei Addison Wesley erschienen ist und vollständig online zur Verfügung steht. Wintermeyer ist außerdem Autor des Schwester-Heftes vom Linux-Magazin Online, dem Linux-Magazin. In den Heften 1 bis 4 dieses Jahres erschien ein vierteiliger Asterisk-Workshop von Wintermeyer, der durch eine erste Installation leitet, in die Asterisk-Programmfunktionen einführt und Hardware diskutiert.

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