Auf einer Webseite wollte ARM auf die angeblichen Risiken der Risc-V-Architektur hinweisen. Doch die Aktion ging gründlich daneben: Nach Protesten außerhalb und innerhalb der Firma wurde die Seite vom Netz genommen – soweit das eben möglich ist.
Tatsächlich ist die Webseite über Archive.org nach wie vor verfügbar. Sie soll im wesentlichen die ARM-Kunden davon abhalten, auf die quelloffene Instruction Set Architecture (ISA) Risc-V zu setzen und nennt dafür fünf Gründe. Von denen sorgten einige für Heiterkeit unter Entwicklern, weil sie ARM ebenso betreffen wie Risc-V. Zu nennen wären etwa die Fragmentierung und die Sicherheit. Am Ende dürfte die PR-Aktion eher das Gegenteil von dem bewirken, was ARM damit erreichen wollte und das noch junge Risc-V bekannter machen.
Risc-V verwendet, im Gegensatz zu ARM, ein offenes Instruktion-Set. Zu den Schwergewichten unter den Förderern der Risc-V-Foundation gehören unter anderem Google, Nvidia, Qualcomm, Samsung und Western Digital. Produkte, die auf Risc-V basieren, müssen allerdings nicht zwangsläufig offen sein, wie Googles Coreboot-Mitarbeiter Ron Minnich neulich im Hinblick auf die Hifive-Implementierung konstatierte.
Schuss in den Fuß
Die Taktik von ARM erinnert ein wenig an die FUD-Kampagnen von Microsoft gegen Linux und führte daher prompt zu Protesten außerhalb, aber auch innerhalb der ARM-Community. Die besteht nämlich ebenfalls zu großen Teilen aus Open-Source-Entwicklern und -Anhängern, was den Verfassern der Seite offenbar entgangen ist.
ARM nahm die Seite nach den Protesten recht schnell wieder vom Netz. Zudem beeilte sich das Unternehmen, gegenüber The Register zu betonen, dass man absolut nicht den Eindruck vermitteln wolle, Open Source anzugreifen, weil man ja die Open-Source-Communities in zahlreichen Ländern unterstütze. Vielmehr sei es ARM um eine “gesunde Diskussion über die Wahl einer Architektur gegangen”.





