Die Redaktion hat sich das kleinste der fünf kürzlich angekündigten Android-Tablets von Archos angesehen.
Das “Archos 28 Internet Tablet” ist kaum einen Zentimeter länger als eine Visitenkarte, bleistiftdick und von der Funktion her im Wesentlichen ein internetfähiger MP3-Player. Mit seinem Gewicht von kaum 70 Gramm lässt es sich gut herumtragen. Der Hersteller nennt 99 Euro als Preisempfehlung.
Um seine Filmfähigkeit zu beweisen – zur Grafikbeschleunigung ist 3D OpenGL ES 2.0 an Bord – befindet sich der Kurzfilm Big Buck Bunny darauf. Per mitgeliefertem USB-Kabel lassen sich Filme und Musik nachladen. Der im Innern werkelnde ARM-Prozessor Cortex A8 zu 800 MHz ist auf den ersten kurzen Blick von der Leistung her nicht zu beanstanden. Lediglich das Booten dauert etwas (rund 30 Sekunden) und ist auch so etwas buggy: Während des Bootens wird der Bildschirm manchmal kurz schwarz, dann zeigt sich ein stockender Bootsplash, der Bildschirm wird wieder schwarz, anschließend geht es mit der vom Android-System bekannten Lichtwellen durchs Logo weiter, wobei Archos sein eigenes Logo an die Stelle von “Android” setzt.
Seinen Gesamtspeicher beziffert das Gerät auf 3,18 GByte. Von denen sind im Auslieferungzustand zuzüglich der mitgelieferten, aber nicht von Archos selbst stammenden Android-Apps (etwa der Twitter-Client “Touiteur” und Quickpedia) 3,03 GByte verfügbar. Als Systemspeicher liest Android aus dem es beherbergenden Gerät 243 MByte aus. Ein Handbuch ist zwar auf dem Startbildschirm verknüpft. Beim Auswählen kommt aber die Meldung, dass es nicht auf dem Gerät vorhanden sei, sondern online gelesen werden könne.
Das Mini-Tablet stellt insgesamt fünf “Desktops” als Ablageflächen zur Verfügung. Sie teilen sich dasselbe Hintergrundbild, nur die Auswahl der Widgets und Icons lässt sich ändern. Zwischen den Ansichten wechselt der Anwender, indem er die ganze Ansicht zur Seite wischt. Die Fläche links neben dem Startbildschirm ist ab Werk als eine Art Kommandozentrale angelegt. Hier findet sich ein Widget mit Anzeigen etwa zu Wlan und Display, die sich per Fingerdruck aus- und Anschalten lassen. Der Hauptbildschirm, der sich nach dem Start zeigt, enthält Icons aller Apps. Ein weiterer enthält Google-Suchwidget sowie der Musikabspieler eingeblendet, und auf dem letzten Bildschirmchen ganz rechts hängt eine Uhr. Am unteren Rand aller Desktops bleibt stets die Auszieh-Registerkarte sichtbar, die sich ausfahren lässt und die alle Apps enthält.
Der Lagensensor, der den Bildschirminhalt rotiert, lässt sich auch ausschalten. Er funktioniert ab einem Kippwinkel von ungefähr 45 Grad in allen Richtungen, allerdings sehr träge: Teilweise braucht er bis zu sieben Sekunden. Beim Hinlegen bleibt die Ausrichtung des Bildschirms anstandslos erhalten. Über den anteiligen Energieverbrauch des Geräts gibt sein Betriebssystem Auskunft: Demnach verbraucht das 2,8-Zoll-Display zwiscxhen 50 und 60 Prozent der Akku-Energie und das Wlan um die 35 Prozent. Das Display lässt sich per Fingerdruck abdunkeln. Mit den Fingerdrucken hatte das Display im Kurztest übrigens seine Probleme. Öfters erkannte es sie nicht, und öfters blieben die auf den Fingerdruck folgenden Anwendungsstarts aus.
Bei den installierten Anwendungen hat Archos nach eigenen Angaben selbst Hand angelegt und eigene Apps für Musik, Filme und Bilder eingebaut. Die Musikbibliothek ist tatsächlich attraktiv: Die vorhandenen Alben sind als Plattenstabel dargestellt, das gewünschte Cover zieht man sich nach vorn. Ein separates Player-Widget gestattet schnellen Zugriff auf die Musik. Ähnlich sind die Bilder angeordnet. Etwa nach Datum geordnet, lassen sich sogar verschiedene “Foto-Haufen” gruppieren. Neben der Haufen-Ansicht gibt es wahlweise eine rasterartige Preview-Ansicht der vorhandenen Bilder. Das Bildanzeige-Programm bringt auch eine Zuschneidefunktion mit.
Das Archos 28 teilt das Schicksal aller Touch-Geräte: Es sieht sehr schnell sehr schmierig aus. Wer eine Tastensperre einschalten will, damit sich der Player unterwegs in der Hosentasche nicht selbständig macht, aktiviert am besten unter “Einstellungen | Standort und Sicherheit” die Funktion “Muster erforderlich”. Dadurch wird der Bildschirm nicht aus Versehen reaktiviert, nachdem man ihn mit einem kurzen Druck auf den Power-Knopf abgeschaltet hat, beziehungsweise nach dem er sich selbst abgeschaltet hat, was wahlweise zwischen 15 Sekunden und 30 Minuten dauert. Denn die Reaktivierung erfolgt ohne dieses zugangsbeschränkende Gestenmuster ebenfalls mit nur einem kurzem Druck auf den seitlich angebrachten Power-Button.
- Wlan und Browser: Funktioniert.
- Schlicht und elegant verpackt.
- So sieht der Archos-Musikplayer aus.
- Die Alben lassen sich gestisch durchscrollen, sodass das oberste Cover wechselt.
- Das Archos 28 wird anstandslos als USB-Massenspeicher erkannt, woraufhin es diese Dateistruktur präsentiert.
- Die hintere Abdeckung ist matt und sieht auf dem Foto fälschlicherweise wie hellgrau aus: Ihre echte Farbe ist mittelgrau mit einem Stich ins Braune.
- Im Lieferumfang enthalten: Kopfhörer, USB-Kabel (Micro A / A 2.0). Geladen wird übers USB-Kabel.
- Das Mini-Tablet stellt sich als tragbares Web- und Multimedia-Gerät vor.
- Beim ersten Start führt das Archos 28 unter anderem die Fingerdruck-Kalibrierung durch. Nachdem der Wizard auf Deutsch eingestellt wurde, bedankt er sich übrigens trotzdem weiter auf Englisch.
- Archos wirbt mit Android.
- Verwechslungsgefahr: Das Mini-Tablet sieht aus wie ein Telefon.
- Zwischen den Ablageflächen wechselt ein Wisch hin und her.
- Big Bucks Bunny kommt als Demo-Video mit.
- Die Ansicht des Videoabspielers ist eher pragmatisch: Er zeigt in Verzeichnisansicht die vorhandenen Dateien.

















