Nach dem Jailbreak der Playstation 4 haben Hacker der Gruppe Fail0verflow erstmals in einer Livedemo auf dem 32C3 Gentoo-Linux auf der Spielekonsole von Sony laufen lassen.
Unter der Haube der PS4 läuft mit Orbis OS eine Unix-Eigenentwicklung von Sony, die auf einen Free-BSD-Kernel setzt. Für den haben Hacker nun einen Exploit gefunden, der sich mit Hilfe der Browser-Engine Webkit ausnutzen lasse. Dank des Bugs gelang es der Hacker-Gruppe Fail0verflow anschließend, Linux auf der PS4 laufen zu lassen.
Die Gruppe hat den Linux-Boot im Rahmen eines Lightning Talks auf dem 32C3 vorgestellt, die Demo lässt sich in einem Video vom Chaos-Communication-Congress anschauen (ab 1h13min). Der Webkit-Exploit funktioniert wohl nur für eine ältere Version der PS-4-Firmware und ist im Video als kurzer Aufruf einer Webseite zu sehen, anschließend startet der Gentoo-Bootvorgang.
Die Hardware der PS4 sei PC-ähnlich, aber nicht identisch. Unter der Haube stecken unter anderem ein Prozessor und eine GPU sowie weitere Komponenten von AMD/ATI, welche die Hacker als “Liverpool” bezeichnen. Daneben gebe es die Aeolia-Komponenten, zu denen stets die Southbridge gehöre. Sie stammen wohl von Marvell, deren Southbridge-Ingenieure “ziemlich gutes Zeug geraucht” hätten, wie es auf den Folien zum Vortrag heißt. Sie seien offenbar in der Stimmung gewesen, PCI neu zu erfinden.
Eine ganze Reihe von Komponenten würden bereits funktionieren (darunter Framebuffer, Kernel Modesetting, HDMI-Encoder, Wifi und Bluetooth), in Arbeit seien 3-D-Beschleunigung, USB und HDMI Audio, den Blue-ray-Support habe man nicht getestet. Entsprechende Kernelpatches und Bootstrap-Code wolle die Gruppe demnächst veröffentlichen, Exploits hingegen nicht. Die PS4 sei unsicher genug, weitere Exploits selbst zu finden. Mit einer Pokémon-Vorführung beendeten die Hacker schließlich ihren Auftritt.




