Im Congress Center Hamburg beginnt jetzt der 32. Chaos Communication Congress (32C3). Vier Tage lang tauschen sich dort Experten unter dem Schlagwort “Gated Communities” über digitale Politik, Security und Privatsphäre aus.
Die Vorträge gehen bis in die Nacht und decken alle möglichen Bereiche ab, darunter Kunst und Kultur, Ethik, Gesellschaft, Politik. Das ist nicht neu: Politische Einflussnahme gehörte schon immer zu den Zielen des Chaos Computer Club. In der Keynote berichtete die gebürtige Somalierin Fatuma Musa Afrah von ihren Erfahrungen mit Flüchtlingen. Sie selbst flüchtete einst aus Somalia, arbeitete und arbeitet auch mit Flüchtlingen zusammen und kennt daher beide Seiten dieser Problematik.
Neben dem tagesaktuellen Flüchtlingsthema spielt auf dem Kongress natürlich die zunehmende Überwachung eine Rolle. So klärt die Referentin Anna Biselli von Netzpolitik.org unter dem Motto “NSA-Untersuchungsausschuss: Zwischen Aufklärungswillen und Mauern aus Schweigen” über ihre Beobachtungen und Erkenntnisse im NSA-Untersuchungsausschuss auf. Ein weiterer Vortrag setzt sich ausführlich mit dem Funding-Netzwerk der EU auseinander.
Aber natürlich machen auch Hardware, die Maker-Szene und Security-Belange einen gewichtigen Schwerpunkt auf dem Kongress aus. Zum letzten Thema steuerte Joanna Rutkowska gleich zu Beginn einen interessanten Talk bei, die Chefin des Qubes-Projekts, das an einem (annehmbar) sicheren Betriebssystem für x86-Laptops arbeitet. Sie erklärte dem technikinteressierten Publikum zunächst, wie sich Boot-Security herstellen ließe und wie ein halbwegs sicheres System auf Basis einer potenziellen unsicheren Hardware laufen könne, was kompliziert an Secure Boot sei und was Intels Management Engine tue.
Das komplette Programm des Chaos Communication Congress für die kommenden vier Tage gibt es auf der Webseite des Veranstalters. Wer keine der begehrten Karten mehr bekommen hat, kann die Vorträge auch in Livestreams verfolgen, die bislang tadellos funktionieren. Im Google-Play-Store wartet zudem der 32C3-Fahrplan als App, auch für Apple-User gibt es einen Terminplaner im Appstore.




