26c3: Bewegtbildgenerator Milkymist bald mit Ethernet und USB

Mit seiner Milkymist-Plattform will Sébastian Bourdeauducq Visual Jockeys (VJ) solche in seinen eigenen Worten "Milkdrop-esken" Effekte als kompaktes SoC an die Hand geben.

Der Initiator und Hauptentwickler des Milkymist-Projekts Sébastien Bourdeauducq führte auf dem Chaos-Kongress den Prototypen seines Visual Synthesizers vor, für den er derzeit ein eigenes Board entwirft .

Sébastien Bourdeauducq nennt sein etwa eineinhalb Jahre altes System on a Programmable Chip (SoPC) auch “Eyecandy on a chip”: Das Board mit lm32-CPU, FPGA und Floatingpoint-Coprozessor visualisiert Audio-Input und gibt seine bewegten Bilder über VGA aus. Den Namen Milkymist wählte Bourdeauducq in Anlehnung an Milkdrop, ein Visualisierungs-Plugin für den Audioplayer Winamp.

Mit seiner Milkymist-Plattform will Sébastian Bourdeauducq Visual Jockeys (VJ) solche in seinen eigenen Worten "Milkdrop-esken" Effekte als kompaktes SoC an die Hand geben.

Mit seiner Milkymist-Plattform will Sébastian Bourdeauducq Visual Jockeys (VJ) solche in seinen eigenen Worten “Milkdrop-esken” Effekte als kompaktes SoC an die Hand geben.

In seinem Vortrag beschrieb er unter anderem, wie er dem Problem hoher Schnelligkeit und Kapazität des RAM mit wenig Geld beikommt. Für eine Rate von 30 Bildern pro Sekunde auf 1024 mal 768 Bildpunkten müsse die Texture Mapping Unit (TMU) zum Beispiel 24 Millionen Pixel verarbeiten. Da die Speicherleistung nach Meinung des vor kurzem in Schweden graduierten System-on-Chip-Designers von intelligenter Controller-Programmierung abhängt, lässt er seinen Speicher erst vier Worte ansammeln (ein “burst”), bis sie übertragen werden, anstatt sie Wort für Wort kleckern zu lassen. Als Ergebnis seiner Ausflüge betonte er, dass FPGAs unterschätzt würden – sie seien leicht erhältlich und leistungsfähig, aber zuwenig eingesetzt.

Sébastien Bourdeauducq hat den Prototypen seines Visual Synthesizers fertiggestellt. Statt des selbstbestückten Xilinx ML401 entwirft er nun ein eigenes Board, daas auch USB- und Ethernet-Ausgänge hat.

Sébastien Bourdeauducq hat den Prototypen seines Visual Synthesizers fertiggestellt. Statt des selbstbestückten Xilinx ML401 entwirft er nun ein eigenes Board, daas auch USB- und Ethernet-Ausgänge hat.

Den ersten Prototypen seines SoC realisierte der Bastler auf einem rund 500 US-Dollar teuren Xilinx-ML401-Board. Darauf laufen ein Linuxkernel 2.6.23 und Simulatoren wie Verilog mit GPL Cver. Mitte 2009 stellte er seinen Visualisierer erstmals auf dem Hackerspace-Festival in Paris vor. Seit etwa zwei Monaten sitzt er an einem eigenen Board, auf dessen Entwurfsdatei er Linux-Magazin Online einen Blick werfen ließ.

Das neue Board, das kleiner ausfallen wird, soll neben Audio- auch Video-Input verarbeiten und über Ethernet- und USB-Schnittstellen verfügen. Die bisherige CF-Speicherkarte will der Franzose mit einer SD-Karte ersetzen. Auf dem fertigen System soll am Ende laut Projekt-Selbstbeschreibung (PDF) das Embedded-Linux µClinux laufen. Für die bisherige Software gibt es auf der Projektwebseite Quell- und Binärversionen sowie einige Debianpakete.

Motiv für das Projekt war, ein auch hardwareseitig komplett offenes System zu schaffen. Das Beagleboard ist Bourdeauducq zu verschlossen: Es basiere auf den proprietären OMAP-Chip, einige Treiber seien ebenfalls proprietär. “Texas Instruments”, moniert der Elektroniker, “machen ihr Board selbst und ansonsten Marketing, damit kostengünstig Software entsteht.”

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