
Der Schwede Peter Stuge entdeckte Coreboot 2001 und tastete sich gründlich heran, bis er 2006 offiziell zum Entwicklerteam stieß.
Das quelloffene Bios Coreboot, ehemals Linux-Bios, meisterte im Vortrag des schwedischen Entwicklers Peter Stuge eine flüssige Demonstration in der Version 3. Die neue Version soll transparenter werden und den Code-Navigator K-Scope enthalten.
In seinem Vortrag erklärte der schwedische Selbständige das Grundprinzip von Coreboot. Demnach initialisiert die freie Bios-Software zunächst die Hardware, um die folgenden Prozesse dann an so genannte Payloads zu übergeben. Als Payloads kann entweder Linux, ein Bootloader oder eine Anwendung gestartet werden. Stuge zeigte dann eine kleine Demo, in der er ein Coreboot der Version 3 hochfuhr – und sich freute, dass es tatsächlich funktioniert.
Das freie Bios trägt seit rund sechs Jahren die Versionsnummer 2. In dieser Zeit arbeitete das Projekt daran, Mainboards zu der Liste der unterstützten Platinen hinzuzufügen. Inzwischen sind es gut 200 Boards. Die neue Version beschloss das Projekt auf seinem Entwicklertreffen in Hamburg Mitte 2006, sagte Stuge zu Linux-Magazin Online. Auf der Projektseite ist der Dreier-Zweig mit Oktober 2008 datiert.

Der Schwede Peter Stuge entdeckte Coreboot 2001 und tastete sich gründlich heran, bis er 2006 offiziell zum Entwicklerteam stieß.
Für die neue Version sei ein kompletter Neustart geplant, so Stuge weiter, der sich seit 2001 mit dem Linux-BIOS beschäftigte und seit 2006 aktiver Entwickler ist. Der Programmtext von Coreboot habe sich im Laufe der Jahre nicht wesentlich verändert, sagte er. Ab der neuen Version soll er aber zum Beispiel in kleinere Teile aufgeteilt werden. Die Abläufe von Coreboot sollen insgesamt für den Anwender oder Entwickler leichter nachvollziehbar werden, so Stuge. Während der letzten Jahre habe das Projekt auch eine menge Wissen zum Beispiel zum AMD-64-Prozessoren angesammelt, etwa den Hypervisor, das sauber in die neue Version einfließen soll. In Planung ist schließlich die Integration von Kscope, ein KDE-Frontend für das Tool C-Scope. Es erleichtert, in C-Quelltexten zu browsen, ihn zu analysieren und zu editieren.
Dass die neue Version in absehbarer Zeit herauskommt, ist trotz des flüssigen Boots unwahrscheinlich. Coreboot lebt von der Anzahl der unterstützten Mainboards. Die Entwickler wollen sich laut der Meilenstein-Meldung nur in zweiter Linie mit der neuen Version befassen und in erster Linie die Liste der unterstützten Boards für Version 2 verlängern. Auch eignet sich Coreboot nach wie vor nicht für Notebook-Platinen. Die Schwierigkeiten liegen laut Stuge darin, dass die Hersteller nicht mit Spezialinformationen über Mobilplattformen herausrücken, etwa Controller-Funktionen für Powermanagement oder Sondertasten. Über dieses Spezialwissen verfügen nur “ein paar ihrer Entwickler in Taiwan”, bedauert der Flashrm-Fan, der auch zu Open SSH und der Libusb beigetragen hat. “An die kommt keiner heran.”



