Seit über 100 Tagen müssen große Online-Plattformen und Suchmaschinen wie Google-Suche, Amazon oder TikTok Regelungen aus dem Digital Services Act (DSA) der EU umsetzen, teilt der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mit. Bereits zum Stichtag im August habe man Mängel festgestellt. Eine weitergehende Prüfung zeige jetzt: Die untersuchten Anbieter setzen bestehende Vorgaben nicht ausreichend um.
Verbraucher seien an vielen Stellen weiterhin den unfairen Praktiken großer Online-Plattformen ausgesetzt, sagte Ramona Pop, Vorständin des vzbv. Die Untersuchung zeige etwa, dass Amazon, Booking, Google Shopping und YouTube trotz Verbot weiterhin Dark Patterns nutzen würden. Das sind Designtricks auf Online-Plattformen die Verbraucher etwa über die Farbgestaltung von Buttons oder lange Klickwege manipulieren, verwirren oder austricksen würden, heißt es weiter.
Große Online-Plattformen seien zudem verpflichtet, nachvollziehbar und leicht zugänglich darüber zu informieren, nach welchen Kriterien Werbungen ausgespielt werde. Diese Information müssen direkt über einen Klick auf die Werbung abrufbar sein. Keiner der untersuchten Anbieter sei laut vzbv-Untersuchung dieser Verpflichtung bislang nachgekommen. Der vzbv habe Instagram, Snapchat, TikTok und X/Twitter untersucht.
Bis auf Snapchat hätten aber immerhin alle untersuchten Anbieter Inhalte als Werbung gekennzeichnet und den jeweiligen Werbetreibenden namentlich ausgewiesen.



