UPDATE: DFN-CERT-2018-1605 Microsoft Windows: Mehrere Schwachstellen ermöglichen u. a. die komplette Systemübernahme

Liebes Linux-Magazin-Team,

bitte beachten Sie die Informationen zu den verfügbaren Sicherheitsupdates
in der folgenden Sicherheitsmeldung.

Historie:

Version 2 (14.11.18):
Microsoft hat seinen Sicherheitshinweis ADV180018 aktualisiert, um in der
Sektion ‘Microsoft Windows client customers’ klarzustellen, wie die
Schutzmaßnahmen für CVE-2018-5754 und CVE-2018-3620 zusammenhängen. Kunden
welche die Schutzmaßnahmen gegen CVE-2017-5754 deaktiviert haben, müssen
diese erneut aktivieren, um gegen die Schwachstelle CVE-2018-3620
geschützt zu sein (siehe FAQ #2). Die Sektion ‘Microsoft Window Server
customers’ wurde um Informationen für Windows Server 2019 und
Konfigurationen von VBS, Hyper-V und Hyper-Threading für verschiedene
Versionenen von Windows Server ergänzt. Weiterhin wurde Windows 10 Version
1809 zur Liste der Versionen hinzugefügt, welche VBS unterstützen.
Version 1 (15.08.18):
Neues Advisory

Mehrere Schwachstellen in Dateiverknüpfungen, Diagnostic Hub Standard
Collector, im DirectX Graphics Kernel, der Grafikkomponente, dem
Kernelmodustreiber, der Kommandozeile, Microsoft COM for Windows, der PDF-
Bibliothek und der Schriftartenbibliothek ermöglichen einem zumeist
entfernten, nicht authentisierten Angreifer die komplette Kompromittierung
betroffener Systeme oder die Ausführung beliebigen Programmcodes mit den
Rechten des aktiven Benutzers. Der Angreifer muss zur aktiven Ausnutzung der
Schwachstellen einen Benutzer zum Öffnen speziell präparierter Dateien oder
zum Besuch speziell präparierter Webseiten verleiten. Mehrere Schwachstellen
dieser Art können auch von einem lokalen, einfach authentifizierten
Angreifer ausgenutzt werden. Darüber hinaus kann der entfernte Angreifer
weitere Schwachstellen ausnutzen, um Informationen auszuspähen und
Sicherheitsvorkehrungen zu umgehen und ein lokaler Angreifer kann mehrere
Schwachstellen ausnutzen, um seine Privilegien zu eskalieren. Die Ausnutzung
einer dieser Schwachstellen ist nur möglich, wenn der digitale Assistent
Cortana aktiviert ist.

Die Schwachstelle CVE-2018-8414 in der Windows-Kommandozeile (Shell) steht
in diesem Monat besonders im Fokus, da sie bereits aktiv für Angriffe
ausgenutzt wird. Darüber hinaus erwartet der Hersteller die aktive
Ausnutzung weiterer Schwachstellen, durch die sich betroffene Systeme aus
der Ferne übernehmen lassen.

Microsoft informiert im Security Advisory ADV180018 zusätzlich über mehrere
Schwachstellen in Intels Core- und Xeon-Prozessoren, über die der
Hardwarehersteller kürzlich Informationen veröffentlicht hat. Die unter der
Bezeichnung ‘L1 Terminal Fault’ (L1TF) geführten Schwachstellen können über
Updates für den Kernel (CVE-2018-3620) oder den Hypervisor (CVE-2018-3646)
vollständig behoben werden. Das Update für CVE-2018-3620 erfordert dabei auf
Serversystemen den aktivierten Schutz vor Ausnutzung der Schwachstelle
CVE-2017-5754 (Meltdown, Microsoft nennt in seinem Sicherheitshinweis
fälschlicherweise den Schwachstellenbezeichner CVE-2017-5354). Dieser Schutz
ist für Windows Server standardmäßig deaktiviert, da mit Leistungseinbußen
zu rechnen ist. Auf die Schwachstelle CVE-2018-3615 geht Microsoft nicht
näher ein. Weitere Hinweise zum Update entnehmen Sie bitte dem
referenzierten Advisory von Microsoft.

Es stehen Sicherheitsupdates zur Behebung der Schwachstellen zur Verfügung.
Diese können im Microsoft Security Update Guide über die Kategorie ‘Windows’
identifiziert werden. Die Sicherheitsupdates sollten zeitnah eingespielt
werden.

Referenzen:

Dieses Advisory finden Sie auch im DFN-CERT Schwachstellenarchiv unter:
[https://adv-archiv.dfn-cert.de/adv/2018-1605]

Mit freundlichen Grüßen,
Ihr DFN-CERT Incident Response Team


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