UPDATE: DFN-CERT-2015-0977 OpenSSL: Mehrere Schwachstellen ermöglichen das Umgehen von Sicherheitsvorkehrungen und Denial-of-Service-Angriffe [Linux][SuSE]

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

bitte beachten Sie die folgende Sicherheitsmeldung.

Historie:
Version 2 (06.07.2015):
Für SUSE Linux Enterprise Server 10 SP4 LTSS stehen Sicherheitsupdates auf
verschiedene OpenSSL Versionen über Backports bereit. Ebenso ist ein
Sicherheitsupdate für SUSE Linux Enterprise Desktop 11 SP3 über Backports
verfügbar, die Schwachstelle CVE-2015-1788 wird dafür allerdings nicht
genannt.
Version 1 (03.07.2015):
Neues Advisory

Betroffene Software:

OpenSSL Project OpenSSL

Betroffene Plattformen:

SUSE Linux Enterprise for SAP Applications 11 SP1
SUSE Linux Enterprise for SAP Applications 11 SP2
SLE CLIENT TOOLS 10
SUSE Linux Enterprise Desktop 11 SP3
SUSE Linux Enterprise Server 10 SP4 LTSS

Mehrere Schwachstellen in OpenSSL ermöglichen einem entfernten, nicht
authentisierten Angreifer die Durchführung von Denial-of-Service-Angriffen
und das Umgehen von Sicherheitsvorkehrungen.

Für die SUSE Linux Enterprise Client Tools 10 (für x86_64, s390x und x86)
und SUSE Linux Enterprise for SAP Applications 11 SP1/SP2, für die die
Schwachstelle CVE-2015-1788 nicht genannt wird, stehen Sicherheitsupdates
bereit.

Patch:

SUSE Security Update SUSE-SU-2015:1181-1

https://www.suse.com/support/update/announcement/2015/suse-su-20151181-1.html

Patch:

SUSE Security Update SUSE-SU-2015:1183-1

https://www.suse.com/support/update/announcement/2015/suse-su-20151183-1.html

Patch:

SUSE Security Update SUSE-SU-2015:1181-2

https://www.suse.com/support/update/announcement/2015/suse-su-20151181-2.html

Patch:

SUSE Security Update SUSE-SU-2015:1183-2

https://www.suse.com/support/update/announcement/2015/suse-su-20151183-2.html

CVE-2015-1790: Schwachstelle im PKCS7-Parsing Code ermöglicht
Denial-of-Service-Angriff

Eine Schwachstelle in dem Programmcode zum Parsen von PKCS#7-Dateien
behandelt das Fehlen eines inneren EncryptedContent nicht korrekt. Dadurch
kommt es durch eine Null-Zeiger-Dereferenzierung zu einem Programmabsturz.
Ein entfernter, nicht authentifizierter Angreifer kann einen
Denial-of-Service-Angriff durchführen.

CVE-2015-1789: Schwachstelle in X509_cmp_time ermöglicht
Denial-of-Service-Angriff

Eine Schwachstelle in der Funktion X509_cmp_time führt dazu, dass die Länge
der ASN1_TIME Zeichenkette in Zertifikaten und Sperrlisten nicht fehlerfrei
überprüft wird. Dadurch kommt es zu einem Lesen außerhalb der vorgesehenen
Grenzen und in der Folge zu einem Speicherzugriffsfehler. Ein entfernter,
nicht authentifizierter Angreifer kann einen Denial-of-Service-Angriff
durchführen.

CVE-2015-1788: Schwachstelle in OpenSSL ermöglicht Denial-of-Service-Angriff

Eine Schwachstelle in der Verarbeitung von ECParameters führt zu einer
Endlosschleife, wenn für die Auswahl der verwendeten elliptischen Kurve ein
manipuliertes “binary polynomial”-Feld verwendet wird. Ein entfernter, nicht
authentifizierter Angreifer kann einen Denial-of-Service-Angriff
durchführen.

CVE-2015-4000: TLS: Eine Schwachstelle ermöglicht Umgehen von
Sicherheitsmaßnahmen

Eine Schwachstelle im Handshake des TLS-Protokolls Version 1.2 und früher
führt dazu, dass bei der Aushandlung der zu verwendenden
Diffie-Hellman-Verschlüsselung (DHE) ein Teil der Kommunikation nicht
signiert stattfindet. Der Client sendet zuerst eine Liste mit Vorschlägen
von Algorithmen, die für die Verschlüsselung verwendet werden können, an den
Server und dieser wählt einen Algorithmus aus der Liste aus. Die Verbindung
ist zu dem Zeitpunkt, zu dem der Client die Liste sendet, noch nicht
signiert. Durch einen Man-in-the-Middle-Angriff kann die Liste so verändert
werden, dass aus einem “ClientHello DHE” ein “ClientHello DHE_EXPORT” wird
und der Server eine DHE 512 Bit-Gruppe auswählt. Der Angreifer modifiziert
die Serverantwort entsprechend von “ServerHello DHE_EXPORT” zu “ServerHello
DHE”. Der Client bietet eine unsichere 512-Bit Gruppe im normalen Modus
nicht von sich aus an, akzeptiert diese aber, wenn sie vom Server
vorgeschlagen wird. Voraussetzung ist, dass auf dem Server der EXPORT-Modus
(DHE_EXPORT) aktiviert ist. Viele Server im Internet unterstützen für den
EXPORT-Modus die gleichen Gruppen, wodurch es möglich wird, einen Großteil
der für den Angriff notwendigen Berechnungen vorab zu erledigen.

Die Schwachstelle ist unter dem Namen Logjam bekannt.

Referenzen:

Dieses Advisory finden Sie auch im DFN-CERT Portal unter:
https://portal.cert.dfn.de/adv/DFN-CERT-2015-0977/

Schwachstelle CVE-2015-4000 (NVD):
http://web.nvd.nist.gov/view/vuln/detail?vulnId=CVE-2015-4000

Schwachstelle CVE-2015-1788 (NVD):
http://web.nvd.nist.gov/view/vuln/detail?vulnId=CVE-2015-1788

Schwachstelle CVE-2015-1789 (NVD):
http://web.nvd.nist.gov/view/vuln/detail?vulnId=CVE-2015-1789

Schwachstelle CVE-2015-1790 (NVD):
http://web.nvd.nist.gov/view/vuln/detail?vulnId=CVE-2015-1790

SUSE Security Update SUSE-SU-2015:1181-1:
https://www.suse.com/support/update/announcement/2015/suse-su-20151181-1.html

SUSE Security Update SUSE-SU-2015:1183-1:
https://www.suse.com/support/update/announcement/2015/suse-su-20151183-1.html

SUSE Security Update SUSE-SU-2015:1181-2:
https://www.suse.com/support/update/announcement/2015/suse-su-20151181-2.html

SUSE Security Update SUSE-SU-2015:1183-2:
https://www.suse.com/support/update/announcement/2015/suse-su-20151183-2.html

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