DFN-CERT-2017-1815 WPA2-Protokoll: Mehrere Schwachstellen ermöglichen das Umgehen von Sicherheitsvorkehrungen (KRACK)

Liebes Linux-Magazin-Team,

bitte beachten Sie die Informationen zu den verfügbaren Sicherheitsupdates
in der folgenden Sicherheitsmeldung.

Historie:

Version 24 (13.02.18):
Juniper hat den Sicherheitshinweis JSA10827 aktualisiert, um über WLAN
MSS, RingMaster und ScreenOS Fixes zu informieren. Für WLAN enthalten MSS
9.2.1 und 9.6.5 alle Fehlerbehebungen, mit Ausnahme bestimmter Szenarien,
welche auf CVE-2017-13077 basieren. MSS 9.2 MR3 9.2.2.1, MSS 9.6 MR7
(9.6.6.1) und RingMaster 9.2 MR3 (9.2.5.1) beinhalten alle
Fehlerbehebungen, inklusive CVE-2017-13077. Für ScreenOS wird das Service
Release Version 6.3.0r24b-6.1 als Sicherheitsupdate genannt.
Version 23 (03.01.18):
Cisco aktualisiert den referenzierten Sicherheitshinweis erneut
hinsichtlich der Verfügbarkeit von Sicherheitsupdates. Für Unified
Wireless Networks, die Cisco Wireless LAN Controllers (WLC) verwenden, und
Wireless Networks, die Mobility Express verwenden, werden in der ‘Fixed
Software Section’ mittlerweile die folgenden ‘First Fixed Releases’
genannt: Cisco Bug ID CSCvg42682: 8.0.152.0, 8.2.166.0, 8.3.133.0 und
8.5.105.0 sind verfügbar, 8.6.100.0 wird weiterhin in Aussicht gestellt.
(Zuvor wurden die Versionen 8.2.164.0 und 8.3.132.0 als ‘First Fixed
Releases’ aufgeführt, diese sind ersetzt worden.) Cisco Bug ID CSCvg10793:
8.2.166.0, 8.3.133.0 und 8.5.105.0 sind verfügbar, 8.6.100.0 wird
ebenfalls weiterhin in Aussicht gestellt. (Zuvor wurden auch hier die
Versionen 8.2.164.0 und 8.3.132.0 als ‘First Fixed Releases’ aufgeführt,
die jetzt ersetzt wurden.) Für Cisco Wireless Access Points (WAP) werden
in der ‘Fixed Software Section’ inzwischen zusätzlich die folgenden ‘First
Fixed Releases’ genannt: Cisco WAP121 (Cisco Bug-ID CSCvf96789): Version
1.0.6.6, Cisco WAP150 (Cisco Bug-ID CSCvf96803): Version 1.1.0.9, Cisco
WAP321 (Cisco Bug-ID CSCvf96789): Version 1.0.6.6 und Cisco WAP371 (Cisco
Bug-ID CSCvf96814): Version 1.3.0.6.
Version 22 (20.12.17):
Cisco aktualisiert den referenzierten Sicherheitshinweis hinsichtlich der
verwundbaren und nicht verwundbaren Produkte sowie der Verfügbarkeit von
Fixes. Für Cisco Wireless Access Points (WAP) werden in der ‘Fixed
Software Section’ inzwischen die folgenden ‘First Fixed Releases’ genannt:
Cisco WAP125 (Cisco Bug-ID CSCvf96792): Version 1.0.0.7, Cisco WAP131
(CSCvf96801): 1.0.2.15, Cisco WAP351 (CSCvf96801): 1.0.2.15, Cisco WAP150
(CSCvf96803): 1.1.0.9, Cisco WAP361 (CSCvf96803): 1.1.0.9, Cisco WAP551
(CSCvf96818): 1.2.1.6, Cisco WAP561 (CSCvf96818): 1.2.1.6, Cisco WAP571
(CSCvf96820): 1.0.1.11, Cisco WAP571E (CSCvf96820): 1.0.1.11 und Cisco
WAP581 (CSCvg07495): 1.0.0.7. Für die Geräte Cisco WAP121 (CSCvf96789),
Cisco WAP321 (CSCvf96789) und Cisco WAP371 (CSCvf96814) wird ein Fix zum
29.12.2017 erwartet.
Version 21 (09.11.17):
Sophos stellt die Sophos UTM Software Version 9.415 als Sicherheitsupdate
zur Behebung der ‘KRACK’-Schwachstellen zur Verfügung.
Version 20 (07.11.17):
Cisco aktualisiert den referenzierten Sicherheitshinweis hinsichtlich der
verwundbaren und nicht verwundbaren Produkte sowie der Verfügbarkeit von
Fixes. Für Unified Wireless Networks, die Cisco Wireless LAN Controllers
(WLC) verwenden, und Wireless Networks, die Mobility Express verwenden,
werden in der ‘Fixed Software Section’ inzwischen die folgenden ‘First
Fixed Releases genannt: Cisco Bug ID CSCvg42682: 8.0.152.0, 8.2.164.0,
8.3.132.0 und 8.5.105.0 sind jetzt verfügbar, 8.6.100.0 wird in Aussicht
gestellt; Cisco Bug ID CSCvg10793: 8.2.164.0, 8.3.132.0 und 8.5.105.0 sind
jetzt verfügbar, 8.6.100.0 wird in Aussicht gestellt. Der Hersteller weist
darauf hin, dass WLC Software basierend auf Version 8.0 die von CSCvg10793
betroffenen Cisco Wireless APs nicht unterstützt, weshalb es keine
Sicherheitsupdates hierfür geben wird.
Version 19 (07.11.17):
Für Fedora 25, 26 und 27 sowie Fedora EPEL 6 und 7 stehen
Sicherheitsupdates für ‘hostapd’ im Status ‘testing’ bereit, um die
Schwachstellen CVE-2017-13077, CVE-2017-13078, CVE-2017-13079,
CVE-2017-13080, CVE-2017-13081, CVE-2017-13082, CVE-2017-13086,
CVE-2017-13087 und CVE-2017-13088 zu beheben. Nach Installation der
Updates ist ein Neustart erforderlich.
Version 18 (30.10.17):
Google veröffentlicht die Chrome OS Version 62.0.3202.74 mit der einige
Fehler und die in dieser Meldung aufgeführten Schwachstellen behoben
werden.
Version 17 (27.10.17):
BlackBerry informiert über das Ergebnis seiner Untersuchungen bezüglich
des Einflusses der unter dem Namen ‘KRACK’ bekannt gewordenen
Schwachstellen auf seine Produkte. Smartphones mit dem Betriebssystem
‘BlackBerry powered by Android’ sind von den folgenden Schwachstellen
betroffen: CVE-2017-13077, CVE-2017-13078, CVE-2017-13079, CVE-2017-13080,
CVE-2017-13081, CVE-2017-13082, CVE-2017-13086, CVE-2017-13087 und
CVE-2017-13088. Ein aktualisiertes Software-Build zur Behebung dieser
Schwachstellen ist in den ‘BlackBerry powered by Android’ Builds mit den
Build-Nummern AAQ280, AAQ281 oder AAQ289 enthalten, welche zeitnah zur
Verfügung gestellt werden.
Version 16 (26.10.17):
Cisco aktualisiert den referenzierten Sicherheitshinweis und informiert
darüber, dass weitere Produkte als verwundbar gelten. Es werden zusätzlich
die Produktserien Cisco 812 Integrated Services Router, Cisco 829
Industrial Integrated Services Router, Cisco Aironet 1250 Access Points,
Cisco Small Business RV130W Wireless-N Multifunction VPN Router sowie die
Cisco Wireless Access Points WAP125, WAP131, WAP150, WAP351, WAP 361,
WPA571, WPA571E und WPA581 und der Cisco Small Business RV130W Wireless-N
Multifunction VPN Router genannt. Cisco kündigt an, dass Cisco AP541N
Wireless Access Points verwundbar sind, aber keinen Fix erhalten werden.
Für den Cisco AnyConnect Secure Mobility Client – Network Access Manager
steht jetzt einen Tag früher als bisher angekündigt Version 4.5.02036 der
Software als Sicherheitsupdate zur Verfügung. Cisco informiert weiterhin
darüber, dass Wireless Access Points mit Cisco IOS Software, die auf
Version 12.4 basiert, nicht von den Schwachstellen betroffen sind.
Informationen zu weiteren betroffenen Produkten entnehmen Sie bitte der
Sicherheitswarnung von Cisco.
Version 15 (24.10.17):
Cisco informiert über die Verfügbarkeit von Sicherheitsupdates für Unified
Wireless Networks, die Cisco Wireless LAN Controller (WLC) verwenden und
Drahtlosnetzwerke, in denen Mobility Express eingesetzt wird. Die aktuell
verfügbaren Versionen sind 8.0.152.0, 8.2.164.0, 8.3.132.0 und 8.5.105.0.
Informationen zum Release von Vesion 8.6.100.0 stehen noch aus. Cisco
informiert detailliert darüber, welche Softwareversion für welchen
Einsatzzweck beziehungsweise für welche Cisco Bug ID relevant ist.
Version 14 (23.10.17):
Cisco informiert in einer Aktualisierung seines Sicherheitshinweises zu
den KRACK-Schwachstellen darüber, dass auch die Cisco Integrated Services
Routers der Produktserien 829 und 1100 sowie Cisco Aironet 1040 Series
Access Points mit Cisco IOS Software von den Schwachstellen betroffen
sind. Für den Cisco AnyConnect Secure Mobility Client – Network Access
Manager in Version 4.5.x wird ein Sicherheitsupdate für den 27.10.2017
angekündigt. Sophos veröffentlicht die Version 9.505 der Unified Threat
Management (UTM) Software zur Behebung der Schwachstellen für WLAN-fähige
UTMs derweil über FTP-Server. Im nächsten Schritt wird das Update auch
über die Up2Date-Server ausgeliefert.
Version 13 (20.10.17):
Cisco aktualisiert den referenzierten Sicherheitshinweis hinsichtlich der
verwundbaren und nicht verwundbaren Produkte sowie der Verfügbarkeit von
Fixes. Für Wireless Networks, die Mobility Express verwenden, werden unter
der entsprechenden Cisco Bug ID CSCvg10793 inzwischen folgende ‘Known
Fixed Releases’ genannt: 8.7(1.41), 8.6(1.127), 8.5(107.57), 8.5(103.232),
8.3(134.2), 8.3(130.233), 8.3(130.6), 8.2(163.6) und 8.2(161.246).
Version 12 (19.10.17):
Cisco aktualisiert den referenzierten Sicherheitshinweis und informiert
darin, dass auch Ciso Integrated Services Routers von den Schwachstellen
betroffen sind. Es werden die Modellnummern 812, 819, 860, 880, 890 und
1100 explizit genannt. Der Hersteller weist darauf hin, dass
CVE-2017-13082 möglicherweise nur Geräte betrifft, die das Fast BSS
Transition (FT) Feature verwenden und gibt detaillierte Informationen
darüber, wie solche Geräte identifiziert werden können.
Version 11 (19.10.17):
Red Hat stellt ein Sicherheitsupdate für ‘wpa_supplicant’ zur Verfügung,
mit dem die Schwachstellen CVE-2017-13077, CVE-2017-13078, CVE-2017-13080
und CVE-2017-13087 jetzt auch für Red Hat Enterprise Linux 6 (u.a.
Desktop, Server und Workstation) behoben werden. Ein entsprechendes
Sicherheitsupdate steht auch für Oracle Linux 6 zur Verfügung, hier werden
keine Einschränkungen bezüglich der referenzierten CVEs gemacht. Juniper
aktualisiert seinen Sicherheitshinweis hinsichtlich der Schwachstellen und
erklärt, dass die eigenen Produkte nicht von CVE-2017-13082,
CVE-2017-13084, CVE-2017-13086, CVE-2017-13087 oder CVE-2017-13088
betroffen sind. Sophos kündigt Sicherheitsupdates für Sophos UTM 9.5 SR 2
auf Version 9.505, für Sophos Firewall sowie Cloud Wireless für den 20.
Oktober und für Cyberoam UTM für den 30. Oktober an. FreeBSD
veröffentlicht Sicherheitsupdates, die die Schwachstellen in den Versionen
10.3-RELEASE-p22, 10.4-RELEASE-p1 und 10.4-STABLE von FreeBSD beheben.
Version 10 (18.10.17):
Für openSUSE Leap 42.2 und openSUSE Leap 42.3 stehen ebenfalls
Sicherheitsupdates für ‘wpa_supplicant’ bereit, durch welche die
Schwachstellen CVE-2017-13078 bis CVE-2017-13081, CVE-2017-13087 und
CVE-2017-13088 adressiert werden.
Version 9 (18.10.17):
Cisco aktualisiert seinen Sicherheitshinweis und informiert über weitere
von den Schwachstellen betroffene Produkte. Als verwundbar werden jetzt
auch die Cisco Aironet Access Points der Serien 1040, 1140, 1250, 1260 und
2700 mit Cisco IOS Software genannt, dazu auch die Produktserie Cisco
Industrial Wireless 3700 mit Cisco IOS Software und Cisco Mobility Express
ohne genauere Spezifikation. Im Abschnitt ‘Fixed Software’ findet sich für
Unified Wireless Networks, die Cisco Wireless LAN Controller (WLC)
verwenden der Hinweis, dass die Version 8.3.130.0 der Software bereits als
Fix zur Verfügung steht und die Versionen 8.0.15x.0, 8.2.16x.0, 8.3.13x.0
sowie 8.5.10x.0 bis zum 20. Oktober 2017 veröffentlicht werden. Die
Version 8.3.130.0 adressiert allerdings nur Cisco Bug ID CSCvf47808.
Benutzer von Cisco Produkten werden gebeten, die entsprechenden Cisco Bug
IDs und den Abschnitt ‘Fixed Software’ des Sicherheitshinweises laufend
auf neue Informationen zu prüfen.
Version 8 (18.10.17):
Für verschiedene Linux-Distributionen stehen Sicherheitsupdates für
wpa_supplicant bereit. Unter anderem werden die Schwachstellen für alle
aktuell unterstützten Versionen von SUSE Linux Enterprise Server 11 und 12
inklusive unterschiedlicher Service-Packs und Ausprägungen, für SUSE Linux
Enterprise Desktop 12 SP2 und SP3 und für SUSE OpenStack Cloud 6 behoben.
Red Hat behebt die Schwachstellen in Red Hat Enterprise Linux 7 unter
anderem für die Editionen Server, Workstation und Desktop in verschiedenen
Ausprägungen und für unterschiedliche Support-Level. Diese Updates stehen
auch für Oracle Linux 7 zur Verfügung. Weiterhin sind alle aktuell
unterstützten Versionen von FreeBSD betroffen. Hier stehen die Releases
11.1-STABLE, 11.1-RELEASE-p2 und 11.0-RELEASE-p13 zur Verfügung.
Version 7 (17.10.17):
Sophos informiert darüber, dass Wireless Protection in XG Firewall, Sophos
UTM, Cyberoam und Sophos Central Managed Wireless von den Schwachstellen
betroffen sind. Sicherheitsupdates sind derzeit noch nicht verfügbar,
werden aber angekündigt. Der Hersteller wird das Advisory dann
entsprechend aktualisieren. Kunden sollten die ‘Fast Roaming’-Optionen und
‘Mesh’ deaktivieren, um das Risiko einer Ausnutzung der Schwachstellen zu
verringern.
Version 6 (17.10.17):
FortiGuard Labs informiert in einem PSIRT Advisory über die Verwundbarkeit
des Wi-Fi Protected Access II (WPA2) Protokolls gegenüber Man-in-the-
Middle (MitM)-Angriffen zwischen WiFi Clients und Access Points mit WPA2.
Als Auswirkungen werden Entschlüsselung, Wiedereinspielen von Paketen, die
Übernahme von TCP-Verbindungen und das Einschleusen von HTTP-Inhalten
genannt. Betroffen sind unter anderem FortiGates mit den folgenden FortiOS
Versionen: Branch 5.6: FortiOS 5.6.2 und darunter, Branch 5.4: FortiOS
5.4.5 und darunter, Branch 5.2: FortiOS 5.2.11 und darunter sowie alle
früheren Zweige. Als Sicherheitsupdate wird ein spezieller 5.6.2 Build auf
Anfrage über den lokalen ‘TAC’ zur Verfügung gestellt. Ferner kündigt der
Hersteller FortiOS 5.2.12, 5.4.6 und 5.6.3 an.
Version 5 (17.10.17):
Canonical stellt Sicherheitsupdates für die Distributionen Ubuntu 17.04,
Ubuntu 16.04 LTS und Ubuntu 14.04 LTS zur Behebung der Schwachstellen in
‘wpa_supplicant’ und ‘hostapd’ bereit, durch die zusätzlich die
Schwachstellen CVE-2016-4476 und CVE-2016-4477 adressiert werden. Diese
Schwachstellen bestehen aufgrund fehlerhafter Behandlung ungültiger
Zeichen in Passwortparametern und ermöglichen einem entfernten, nicht
authentisierten Angreifer die Durchführung eines Denial-of-Service
(DoS)-Angriffs (CVE-2016-4476) bzw. einem lokalen nicht authentisierten
Angreifer ebenfalls einen Denial-of-Service (DoS)-Angriff oder
möglicherweise die Ausführung beliebigen Programmcodes (CVE-2016-4477).
Version 4 (17.10.17):
Microsoft informiert über die Betroffenheit gegenüber der Schwachstelle
CVE-2017-13080, die dem Angreifer durch Wiedereinspielen (Replay) von
Broadcast- und / oder Multicast-Netzwerkverkehr an Hosts innerhalb eines
WPA- oder WPA 2-verschlüsselten drahtlosen Netzwerks (WLAN) die erneute
Installation des ‘Group Key’ (GTK) ermöglicht. Microsoft veröffentlicht
‘Monthly Rollup’, ‘Security Only’ und ‘Security Updates’ für alle
unterstützten Windows-Versionen, durch welche diese Schwachstelle behoben
wird, indem die Art und Weise des Group-Key-Handshakes korrigiert wird.
Derzeit gilt Microsoft Windows als nicht betroffen durch die weiteren
Schwachstellen, da die Implementierung nicht die erneute Versendung der
‘Message 3′ akzeptiert.
Version 3 (17.10.17):
Juniper stellt einen Sicherheitshinweis bereit, in dem der Stand der
Untersuchungen zu Produkten aus dem eigenen Portfolio hinsichtlich der
kürzlich bekannten Schwachstellen im WPA2-Protokoll komprimiert
wiedergegeben wird. Der Hersteller benennt Junos OS 12.1X46 (Plattformen:
SRX 210, 240 und 650 Series Firewalls mit AX411 Wireless Access Points)
und ScreenOS 6.3 (Plattformen: ScreenOS SSG-5 und SSG-20 mit ’embedded
Wireless Access Points Radios’) sowie WLAN 9.2 und 9.6 (Plattform:
Mobility System Software) als verwundbar. Juniper informiert darüber, dass
keins der Produkte von CVE-2017-13082 betroffen ist und die Untersuchungen
zu einigen der Schwachstellen noch nicht abgeschlossen sind. Der
Hersteller stellt Sicherheitsupdates zur Verfügung. Als nicht dauerhafter
Workaround wird die Möglichkeit zur Deaktivierung der WiFi-Funktionalität
betroffener Geräte genannt.
Version 2 (17.10.17):
Cisco stellt unter der Bezeichnung ‘cisco-sa-20171016-wpa’ einen
Sicherheitshinweis für betroffene Produkte aus dem eigenen Portfolio
bereit. Bisher werden die folgenden Produkte erwähnt: Cisco AnyConnect
Secure Mobility Client – Network Access Manager, verschiedene IP-
Telefonieprodukte, die Cisco ASA 5506W-X w/ FirePOWER Services, die unter
Cisco IOS laufenden Cisco Aironet Access Points (eigens genannt werden die
Modelle 700, 1520, 1530, 1550, 1570, 1600, 1700, 2600, 3500, 3600 und 3700
sowie AP801, AP802 und AP803), weiterhin die Cisco Aironet Access Points
1540, 1560, 1810w, 1815, 1830, 1850, 2800, 3800 und zusätzlich Cisco
Aironet 1810 Series OfficeExtend Access Points. Cisco erwähnt in diesem
Zusammenhang auch die cloudbasierten Wi-Fi-Produkte der Cisco Meraki
Produktlinie und die Wireless-N Access Points Cisco WAP121, WAP321, WAP371
(Single Point Setup) sowie WAP551 und WAP561. Als nicht betroffene
Produkte werden Cisco Aironet Access Points mit Cisco IOS Software im
‘client/supplicant/workgroup bridge Mode’ und der Cisco Wireless LAN
Controller selbst genannt. Cisco hat für einige Produkte (insbesondere
Cisco ASA 5506W-X und die Cisco Aironet Access Points mit IOS Software)
für jeweils einen Versionszweig der Systemsoftware Sicherheitsupdates zur
Verfügung gestellt und weitere angekündigt. Cisco Produkte sind von
CVE-2017-13084 nicht betroffen, für CVE-2017-13082 steht ein Workaround
zur Verfügung. Weitere Informationen zu betroffenen Produkten entnehmen
Sie bitte dem referenzierten Sicherheitshinweis, der laufend durch den
Hersteller aktualisiert wird.
Version 1 (16.10.17):
Neues Advisory

Die veröffentlichten Schwachstellen ermöglichen es, den Sitzungsschlüssel
und weitere verwendete kryptografische Parameter erneut zu verwenden und
damit letztendlich zu brechen. In mit WPA oder WPA2 gesicherten
Funknetzwerken wird dadurch die Vertraulichkeit und ggf. Integrität der
Daten gefährdet. Der PreSharedKey (PSK) eines Netzwerks wird durch die
Protokollschwachstellen nicht direkt kommpromittiert.

Die Ursache der Schwachstellen sind Designfehler des zugrunde liegenden
IEEE-Standards 802.11 (genauer: Anhang 802.11i) und betreffen daher auf die
eine oder andere Art alle derzeit aktiven WLAN-fähigen Endgeräte.

Ein nicht authentisierter Angreifer in Reichweite des Funknetzwerks kann
mehrere Schwachstellen im WPA- und WPA2-Protokoll ausnutzen, um Datenpakete
aufzuzeichnen und erneut einzuspielen, wodurch letztlich ein bereits
bekannter Schlüssel (Encryption Key) neu installiert wird. In Folge dessen
können Datenpakete entschlüsselt und vertrauliche Informationen ausgespäht
werden. Dies betrifft insbesondere die Übertragung sensibler Daten (wie
bspw. Kreditkartendaten, Passwörter, Chat Nachrichten, Emails). Unter TKIP
und GCMP können TCP-Verbindungen nicht nur abgefangen, sondern vollständig
kompromittiert werden. Dadurch könnten unter Umständen auch beliebige
Inhalte injiziert werden.

Die genauen Auswirkungen des Angriffs sind vom verwendeten Data-
Confidentiality and Integrity-Protokoll (TKIP, CCMP oder GCMP) abhängig, die
Entschlüsselung von Datenpaketen ist allerdings in jedem Fall möglich.

Die Entdecker der Schwachstellen beschreiben, dass die Auswirkungen
insbesondere für die WLAN-Anwendung ‘wpa_supplicant’ auf Linux-Systemen und
für Google Android ‘katastrophal’ sind, da der angesprochene Schlüssel hier
nicht neu installiert, sondern durch einen Schlüssel ersetzt wird, der
ausschließlich Nullen enthält (All-Zero Encryption Key). Aufgrund der
Eigenschaften des Angriffs wurde dieser auf den Namen KRACK (Key
Reinstallation AttaCK) getauft.

Für ‘wpa_supplicant’ wurden die entsprechenden Sicherheitsupdates (Patches)
bereits Anfang Oktober 2017 ohne Hinweis auf die Schwachstellen
veröffentlicht.

Debian stellt bereits Sicherheitsupdates in Form des Pakets ‘wpa’ für die
alte stabile Distribution (Jessie) in Version ‘2.3-1+deb8u5’, für die
stabile Distribution (Stretch) in Version ‘2:2.4-1+deb9u1’ und für die zu
testende Distribution (Buster) in Version ‘2:2.4-1.1’ zur Verfügung.

Für Fedora 25, 26 und 27 stehen die Pakete ‘wpa_supplicant-2.6-3.fc25.1’,
‘wpa_supplicant-2.6-11.fc26’ und ‘wpa_supplicant-2.6-11.fc27’ im Status
‘pending’ als Sicherheitsupdate bereit.

Es ist davon auszugehen, dass auch andere Hersteller bereits reagiert haben
oder zeitnah reagieren werden. Weitere Informationen liegen allerdings noch
nicht vor. Falls Sie nicht sicher sind, ob bestimmte Hersteller eines Geräts
mit WLAN-Schnittstelle bereits auf die Veröffentlichung der Schwachstellen
reagiert haben, verwenden Sie zur Datenübertragung kabelgebundene
Verbindungen oder mobile Datennetze. Unabhängig von WPA2 ist Vertraulichkeit
der Kommunikation zusätzlich durch die Verwendung von TLS oder einer VPN-
Verschlüsselung abzusichern. Die Group-Key Problematik bei Windows und Apple
kann zudem durch die Abschaltung bzw. Filterung von Multicast-
Netzwerkverkehr mitigiert werden.

Insbesondere clientseitig bereitstehende Sicherheitsupdates sollten umgehend
eingespielt werden.

Für den Fall, dass Systeme nur eingeschränkt selbst administriert werden
können (bspw. im industriellen Produktionsumfeld), wird Betroffenen dazu
geraten, auf den Anlagenbauer oder Hersteller der Wi-Fi-Komponente
zuzugehen.

Referenzen:

Dieses Advisory finden Sie auch im DFN-CERT Schwachstellenarchiv unter:
[https://adv-archiv.dfn-cert.de/adv/2017-1815]

Mit freundlichen Grüßen,
Ihr DFN-CERT Incident Response Team


(c) DFN-CERT Services GmbH, all rights reserved!
Bei einer Weitergabe der Informationen ist auf den Ursprung in
angemessener Weise hinzuweisen.
Im Übrigen gelten die Bestimmungen zum Copyright für die DFN-CERT
Webseite. https://www.dfn-cert.de/impressum.html

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