Das Open-SSL-Projekt hat Anfang Juni mehrere Sicherheitslücken bekannt gegeben und korrigiert.
Ein Race-Condition-Fehler in der Funktion “ssl3_read_bytes()” hat zur Folge, dass ein entfernter Angreifer Denial-of-Service-Attacken durchführen kann. Anfällig hierfür sind Multithreaded-Applikationen, die die Option “SSL_MODE_RELEASE_BUFFERS” aktiviert haben.
Auch die Funktion “do_ssl3_write()” ist fehlerhaft. Die Schwachstelle erlaubt es einem entfernten Angreifer ebenfalls, Denial-of-Service-Attacken durchzuführen. Ursache ist ein Null-Zeiger-Dereferenzfehler in der Funktion. Auch diese Sicherheitslücke lässt sich nur ausnutzen werden, wenn “SSL_MODE_RELEASE_BUFFERS” aktiviert ist.
Ein weiteres Problem tritt beim Verarbeiten von DTLS-Fragmenten auf. Hier kann ein entfernter Angreifer einen Buffer Overflow auslösen und damit Befehle mit höheren Rechten ausführen. DTLS-Server und -Clients sind anfällig für diese Sicherheitslücke.
Eine Man-in-the-Middle-Schwachstelle führt weiter dazu, dass ein entfernter Angreifer Daten entschlüsseln kann. Der Grund hierfür liegt darin, dass ein Angreifer einen Handshake verwenden kann, wodurch Open SSL als SSL/TLS-Client oder -Server eine schwache Verschlüsselung wählt. Für solche Attacken muss sowohl der Client als auch der Server anfällig für die Schwachstelle sein.
Betroffen sind die Versionen vor 0.9.8za, 1.0.0m und 1.0.1h.

