Nix Neues beim Innovationsgipfel

Im Vorfeld der CeBIT trafen sich echte und vermeintliche Technologie-Promis in München zu einem Innovationsgipfel – doch viel Neues gab es nicht. Quasi als Fackelträger der Innovation in deutschen Schulen beispielsweise präsentierte der deutsche Intel-Chef Hannes Schwaderer sein Unternehmen. Überhaupt wurde der Allgemeinplatz “Bildung ist die Grundlage von Innovation” von vielen Vortragenden strapaziert. Dies war mir zwar nicht wirklich neu, jedoch wußte ich bis dahin nicht, dass Intel bereits drei Viertel der deutschen Lehrer durch die hauseigene IT-Fortbildung geschleust hat.

Beim Flurfunk an der Redaktionskaffeemaschine bestätigte ein Kollege diese Angabe und ergänzte einen Part, den Schwaderer in seiner Rede völlig unterschlagen hatte: Die Fortbildung umfaßt einzig Microsoft-Technologie, von Open Source ist in den Intel-Seminaren keine Rede, so die Information des Kollegen. Eine Folge davon: In unseren Bildungseinrichtungen schreiben Lehrer, Schüler und Studenten ihre Texte mit Word statt mit einer Textverarbeitung, ein Computer läuft mit Windows statt mit einem Betriebssystem und Berechnungen macht man mit Excel statt mit einer Tabellenkalkulation.

Fortbildungen dieser Art lassen wahrlich noch reichlich Raum für Innovationen in der Bildung. Dumm ist nur, dass dieser Blogeintrag vermutlich nur von Leuten gelesen wird, für die auch diese Erkenntnis weder neu noch innovativ ist.

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