Ständige Kursschwankungen haben den Bitcoin ja eigentlich immer begleitet, aber der jetzige Absturz hat schon eine eigene Dimension: Vor rund einem Jahr kostete ein Bitcoin knapp 17 000 Euro, momentan nähert er sich der 3000-Euro-Marke. Der Crash führt jetzt erstmals dazu, dass in China, wo immer noch ein Großteil der Bitcoins geschürft wird, viele kleinere Miner aufgeben müssen. Obwohl sie kaum etwas für den Strom bezahlen, sind ihre Server nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben. Dadurch, dass Massen dieser speziellen Server auf dem Schrott landen, sinkt nun erstmals der globale Energiebedarf für das Mining. Der Bitcoin Energy Consumtion Index fiel deutlich auf einen jährlichen Strombedarf von gut 52 TWh. Das ist immer noch doppelt so viel wie beispielsweise ein Land wie Bangladesh verbraucht, das doppelt so viele Einwohner wie Deutschland hat und der zweitgrößte Textilproduzent der Welt ist. Doch noch vor 14 Tagen wurde der Strombedarf für das Bitcoin-Schürfen auf 73 TWh geschätzt, das wäre mehr Strom gewesen, als Österreich konsumiert.
Es bleibt abzuwarten, ob sich der Bitcoin davon je wieder erholt. Bekannte Ökonomen wie der New Yorker Experte Nouriel Roubini meinen jedenfalls, ein fairer Preis für einen Bitcoin wäre noch nicht einmal Null, er wäre wegen der Umweltverschmutzung durch den enormen Stromverbrauch negativ. Einst hat man lange geglaubt, der Preis können nicht unter diese oder jene Grenze von einigen Tausend Euro sinken, weil dann keiner mehr bereit wäre, in das Schürfen neuer Bitcoins zu investieren. Nun sind alle diese Grenzen gefallen und wenn man es wie Roubini sieht, ist immer noch viel Luft nach unten.
