Wie vermittelt man der breiten Öffentlichkeit ein neue Technologie? Man wählt ein greifbares Anwendungsbeispiel aus ihrer alltäglichen Lebenswelt. Doch das kann auch nach hinten losgehen.
Der IT-Riese IBM möchte seit einer Weile den Planeten Erde “smarter” machen, das heißt vermutlich, mit noch mehr hauseigener Technologie bestücken. Intelligent gesteuerte Elektrogeräte, Heizungen und ein kluges Stromnetz sind sicherlich eine hervorragende Idee zum Energiesparen. Und das dürfte beispielsweise bei der beschworenen Energiewende von strategischer Wichtigkeit sein.
Doch Lieschen Müller und Otto Normalverbraucher verstehen das nach Ansicht der Werber offenbar nicht. Also präsentiert die IBM-Kampagne auf den Videowänden in den U-Bahnen der Großstände einen Spot, der ungefähr so geht: “Kleidungsstücke wissen jetzt selbst, ob das Hemd zur Krawatte passt!” Offenbar sind die Klamotten mit RFID-Technik ausgestattet, und ein System in der Anprobe-Kabine kann diese auswerten und dem Kunden mitteilen.
Abgesehen von der Energie, die das verbraucht und dem Elektronik-Schrott, der dabei wieder einmal entsteht: War die Auswahl der Kleidung nicht eine Sache des persönlichen Geschmacks und Stils? Und übrigens fallen auch hier wieder Daten über die Kunden an, es wird registriert, was sie anprobieren und was sie schließlich kaufen. Kein Schelm, die auch hier wieder Böses denkt.

