Als Betreuer des Projektes Linux4afrika kenne ich die oft unqualifizierten und polemischen Beiträge mancher (vieler?) Besserwisser, doch sich mental daran zu gewöhnen fällt immer wieder schwer. Dass es nicht nur mir so geht, zeigt ein sehr frustrierter Text auf der Webseite von Remastersys.
Remastersys ist ein außerordentliches Projekt, ich spreche aus Erfahrung: Wir nutzen es regelmäßig, um unsere Live-DVDs zu erstellen, die wir zur Projektbetreuung im südlichen Afrika verteilen. So sollte es auch letzte Woche wieder sein, das nagelneue Ubuntu 13.04 wollten wir gleich mit unseren Lieblingstools aufstocken. Zu diesem Zeitpunkt stand nur der erste Absatz auf der Webseite, Forks waren noch nicht aufgelistet.
Nach vielen Jahren Arbeit dankt hier jemand ab, der die Community mit wertvollem Gut versorgt hat. Wie groß muss der Frust sein, wenn nach so langer Zeit produktiver Arbeit für die Allgemeinheit nichts bleibt als dieser Text. Vielleicht sollten die Besserwisser sich einmal die Arbeit machen, an einem Projekt produktiv mitzuwirken, anstatt es Bullshit zu überziehen und so die Entwickler zur inneren Kündigung treiben.
Ich persönlich finde es extrem schade, dass Motivation, von der die Open Source Bewegung lebt, so zunichte Gemacht wird. Als Mitglied der Jury für wichtige Beiträge der OSS-Community, die das Linux-Magazin jedes Jahr im Rahmen der Linux New Media Awards befragt, möchte ich dem Remaster-Boss mein herzliches Dankeschön aussprechen und ihn für die nächste Runde im Magazin vorschlagen.
Die Webseite hat übrigens einen Button “Make a Donation”.


