Der Haken bei der einfachen Lösung

Der FSF-Gründer Richard Stallman ist bekannt für seine Genauigkeit, und so sieht er auch bei der Schwedischen Piratenpartei genau hin. Hier legte die Partei einen Vorschlag auf den Tisch, wie das Urheberecht übearbeitet werden könnte: Ansprüche aus Copyright sollten grundsätzlich nach fünf Jahren ablaufen. Dies allerdings benachteilige Freie Software, wie Stallman bemängelt. Denn auch freie Software kennt Copyright, häufig das von Stallman kreierte “Copyleft”. Wenn auch dies nach fünf Jahren abläuft, könnten auch die Entwickler proprietärer Software den Code nehmen und nach Gutdünken verarbeiten, würden sich im Gegenzug aber nicht zur Offenlegung des Codes verpflichten. Blöd gelaufen.

Wie meist sind die Lösungen nicht so einfach, wie sie auf Anhieb scheinen, und gerade die Politik neigt zu Vereinfachung. Prominentes Beispiel jüngerer Zeit war das von-der-Leyen-Gesetz, das in seiner Schlichtheit ausreichend Platz für Tücken bot. Wenn der Wahlkampf bald in die heiße Phase kommt, lohnt der Blick hinter die Wortkulissen der Akteure besonders. Die Piratenpartei tritt auch in Deutschland zur Wahl an – allerdings steht eine ähnliche Formulierung zum Urheberrecht (noch?) nicht im Programm. (siehe http://wiki.piratenpartei.de/Bundestagswahl_2009/Wahlprogramm#Urheberrecht_und_Nutzungsrechte).

Bei der letzten Europawahl holte die Piratenpartei in Schweden übrigens sieben Prozent – deren Ideen und Vorschläge dürften also durchaus Beachtung finden.

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